Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Panorama Hatte „Malle-Jens“ schon seit Jahren Lungenkrebs?
Nachrichten Panorama Hatte „Malle-Jens“ schon seit Jahren Lungenkrebs?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 19.11.2018
Jens Büchner („Malle-Jens“) im August dieses Jahres auf Mallorca – am vergangenen Wochenende ist er an Lungenkrebs gestorben. Quelle: imago/nicepix.world
Hannover

Der TV-Auswanderer Jens Büchner („Goodbye Deutschland“) ist am vergangenen Wochenende auf Mallorca gestorben. An Lungenkrebs, wie seine Agentur mitteilte. Bereits vor fünf Jahren wurde bei „Malle-Jens“, wie der 49-Jährige auch genannt wurde, schon mal Lungenkrebs diagnostiziert. „Drei unterschiedliche Ärzte haben mir gesagt, ich habe Lungenkrebs“, erinnerte sich Büchner 2017 im „ Dschungelcamp“. Doch dann war die Rede von einer Fehldiagnose – er lebte normal weiter.

Kann es sein, dass es sich damals doch nicht um eine Fehldiagnose handelte? Nicht unwahrscheinlich, meint Professor Gerhard Walter Sybrecht, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Lungenstiftung. „Es gibt bis heute keine Früherkennung für Lungenkarzinome, wie es sie beispielsweise für Dickdarmkrebs gibt“, sagt er. Es könnte also sein, dass es damals Hinweise auf ein Lungenkarzinom gegeben habe, die dann aber wieder abgetan wurden. Manche Menschen stürben schon wenige Wochen nach der Diagnose, manche lebten noch einige Monate oder sogar Jahre.

Lungenexperte: Oft wird Krankheit erst erkannt, wenn sie nicht mehr heilbar ist

Eine Computertomographie (CT) werde aber oft erst gemacht, wenn es schon zu spät sei, so Sybrecht. Eine Heilung der Krankheit sei nur im Frühstadium möglich. Die Diagnose falle aber häufig erst, wenn der Krebs schon nicht mehr heilbar sei. Symptome wie Husten würden – gerade bei Rauchern wie Jens Büchner – oft heruntergespielt, selbst Ärzte gingen oft erst mal von einer Erkältung oder einer Lungenentzündung aus.

Mehr lesen:

Ex-Frau von „Malle-Jens“: „Er liegt im Sterben!“

Kritischer Zustand: Sorge um TV-Auswanderer „Malle-Jens“

Malle-Jens ist tot: Jens Büchner mit 49 Jahren gestorben

„Höre nicht auf zu weinen“ – So reagieren Fans auf den Tod von Malle-Jens

Zum Tod von „Mallorca-Jens“: Niemand ist eine Insel

Stasi, Malle, Dschungel – Das traurig verrückte Leben des Auswanderers Jens Büchner

Jens Büchner: Die bewegenden letzten Worte an seine Frau

Nach Tod von Jens Büchner: Zieht seine Frau ins „Dschungelcamp“?

„Der Husten fällt den Rauchern oft gar nicht auf, weil er für sie normal ist. Die merken es erst, wenn sie Blut husten“, sagt Sybrecht. Doch dann sei es meist schon zu spät. Auch der Gewichtsverlust, wie er am Ende bei „Malle-Jens“ beobachtet wurde, sei ein Symptom für die Krankheit.

Besonders für Raucher und Hochrisikopatienten mache ein besonderes CT – das sogenannte PET-CT – frühzeitig Sinn, findet Sybrecht. Dabei werde eine strahlende Substanz in den Körper gegeben, die von Karzinomzellen sehr gut aufgenommen werden und sich dort anreichern, weshalb es dort dann im CT leuchte. Doch diese Möglichkeit werde leider noch nicht regelmäßig eingesetzt, so dass der Tumor oft erst erkannt werde, wenn es zu spät sei. „Etwa alle hundert Tage verdoppelt sich der Tumor“, erklärt der emeritierte Professor eine Faustregel.

„Malle-Jens“ ist nicht der einzige Promi, der an Lungenkrebs starb

„Es gibt verschiedene Todesursachen bei Lungenkrebs“, erklärt der Experte. Klassisch sei die Bildung von Metastasen im ganzen Körper. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung soll es auch bei „Malle-Jens“ so gewesen sein, dass der Krebs bereits gestreut hatte und sich Metastasen gebildet hatten.

Jens Büchner ist nicht der erste Promi, bei dem Lungenkrebs erst diagnostiziert wurde, als es schon zu spät war. Sybrecht nennt als zwei weitere Beispiele den „Tagesthemen“-Sprecher Hanns Joachim Friedrichs sowie Showmaster Rudi Carrell. Friedrichs habe die Krankheit selbst noch im Fernsehen erklärt, Carrell nahm den Krebs mit Humor. Er starb 2006 im Alter von 71 Jahren daran, Friedrichs war 68 Jahre alt zum Zeitpunkt seines Todes. „49 Jahre sind schon ein ungewöhnlich frühes Alter für Tod an Lungenkrebs“, findet Sybrecht.

Lungenkrebs als unterschätzte Krankheit: 40.000 bis 50.000 Tote im Jahr

Lungenkrebs sei generell eine sehr unterschätzte Krankheit. Was auch daran liege, dass Lungenkrankheiten früher als unfein galten, wie Sybrecht erzählt. Der „Schatten auf der Lunge“ sei auch ein „Schatten auf dem Leben“, zitiert Sybrecht den Dichter Thomas Bernard, der lungenkrank war. Es bestehe viel Unkenntnis über Erkrankungen der Lunge und insbesondere über Lungenkrebs, der der häufigste zum Tode führende Tumor in Deutschland sei. Laut Sybrecht sterben in Deutschland 40.000 bis 50.000 Menschen im Jahr an Lungenkrebs.

Von RND/hsc

Er soll in fast 200 Fällen seine Schüler sexuell missbraucht haben. Nun hat das Landgericht Baden-Baden einen Schwimmlehrer zu zwölf Jahren Haft und Sicherheitsverwahrung verurteilt. Reue zeigte er während des Prozesses nicht.

19.11.2018

Die katholische Kirche ist in Spanien hart für ihren Umgang mit Missbrauchsskandalen kritisiert worden. Geistliche bekannten sich nun öffentlich zu den Vorfällen und dankten den Opfern für ihren Mut.

19.11.2018

Weil ihm jahrelang die Nase lief, vermutete Greg Phillpotts eine simple Allergie – doch als endlich die richtige Diagnose gestellt wurde, war der Mann aus North Carolina zutiefst schockiert.

19.11.2018