Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Panorama Goldmünzen-Raub: Staatsanwaltschaft klagt vier Männer an
Nachrichten Panorama Goldmünzen-Raub: Staatsanwaltschaft klagt vier Männer an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:45 17.10.2018
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze „Big Maple Leaf“ im Bode-Museum in Berlin, die 2017 gestohlen worden war. Quelle: Marcel Mettelsiefen/dpa
Berlin

Nach dem spektakulären Diebstahl einer millionenschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum vor anderthalb Jahren hat die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt Anklage gegen vier junge Männer erhoben. Den Beschuldigten im Alter von 20, 21 und 23 Jahren werde gemeinschaftlicher Diebstahl in besonders schwerem Fall vorgeworfen, teilte die Anklagebehörde am Mittwoch mit.

Die 100 Kilogramm schwere, kanadische Münze „Big Maple Leaf“ mit dem Bildnis von Königin Elizabeth II. und einem damaligen Goldwert von 3,75 Millionen Euro war am 27. März 2017 entwendet worden. Sie war die Leihgabe eines Privatmanns. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Münze in Stücke zerteilt und verkauft wurde.

Trio soll über ein Fenster ins Museum eingestiegen sein

Drei der Verdächtigen, deren Familienname in der Mitteilung jeweils mit R. angegeben wurde, sollen nach früheren Angaben von Ermittlern Mitglieder einer arabischen Großfamilie sein. Das Trio soll nachts über ein Fenster in das Museum eingestiegen sein und dort aus einer Vitrine die Münze entwendet haben. Mit einem Rollbrett und einer Schubkarre sei das schwere Stück dann zu einem Fluchtauto geschafft worden.

Ein 20-jähriger, mitangeklagter Wachmann des Museums soll zuvor die Örtlichkeiten ausgekundschaftet haben. Er war laut Staatsanwaltschaft Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens, das im Bode-Museum eingesetzt war. Der Fall soll vor eine Jugendkammer des Landgerichts kommen. Zunächst muss das Gericht über die Zulassung der Anklage entscheiden. Erst wenn das erfolgt ist, kann ein Prozesstermin festgelegt werden.

Unbekannte hatten versucht, Spuren im beschlagnahmten Wagen zu vernichten

Nach intensiven Ermittlungen gegen einen arabischstämmigen Clan waren im Juni des Vorjahres Haftbefehle gegen die vier Verdächtigen erlassen worden. Laut Staatsanwaltschaft sind sie aber inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Anklagebehörde hatte damals mitgeteilt, sie gehe bei dem Diebstahl von einer organisierten Bandenstruktur aus. Das Amtsgericht Tiergarten sah hingegen schon bei der Freilassung des ersten Verdächtigen kein bandenmäßiges Vorgehen mehr.

Während der Ermittlungen hatten Unbekannte im Juli des Vorjahres versucht, Spuren in einem beschlagnahmten Wagen zu vernichten. Sie verschafften sich Zugang zu dem Polizeigelände, auf dem das Auto abgestellt war und sprühten Feuerlöschschaum ins Innere. Laut Staatsanwaltschaft misslang der Versuch jedoch; Spuren von „Goldanhaftungen“ wurden sichergestellt. Ermittler gingen davon aus, dass es der Fluchtwagen war. Das Fahrzeug war nach einem illegalen Autorennen konfisziert worden.

Von RND/dpa