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Panorama Geschnittenes Obst im Supermarkt – eine unpraktische Umweltsünde
Nachrichten Panorama Geschnittenes Obst im Supermarkt – eine unpraktische Umweltsünde
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10:55 14.09.2018
Viel Verpackung für wenig Obst: Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt.
Viel Verpackung für wenig Obst: Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt. Quelle: dpa
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Hannover

Alle ärgern sich über – „Jetzt schon!“ – Spekulatius und Lebkuchen im Supermarkt. Wissen Sie, was mich ärgert? Obst! Und Gemüse! Obst und Gemüse, das die Supermärkte jetzt vorgeschnitten verkaufen. Eingeschweißte Tomatenscheiben zum Beispiel. Das ist nicht nur ekelhaft, das ist auch eine absurde Verschwendung von Geld, Energie, Verpackungsmaterial. Bis das alles ausgepackt und entsorgt ist, habe ich die Tomate schon gewaschen, gewürfelt und aufs Brot gelegt.Am Anfang war es noch fragwürdig, aber nützlich: Melone, Kürbis, Ananas – alles Sorten, die immer ein bisschen zu viel sind, schwer zu schneiden sind und die man dann auch noch schnell aufessen muss. Gemischte, frische Obstsalate sind auch praktisch in einer Zeit, in der wir es oft eiliger haben, als uns lieb ist.

Aber geschälte Kartoffeln? Gepellte Zwiebeln? Gurken in Scheiben, Apfelstücke, zerlegte Apfelsinen? Sogar Eier, gekocht und ohne Schale? Oder mein persönlicher Favorit: halbierte Avocado. Und all das in Pappkisten, umwickelt mit Plastikfolie. Oder gleich im Plastikbecher. Ich schüttele mich, wenn ich an die Bakterien denke, die sich unter diesen Folien ausbreiten können. Ich zumindest habe noch gelernt, dass man sein Gemüse wäscht, bevor man es isst. Wie funktioniert das, wenn ich eine Tomatenscheibe aus der Packung ziehe?

Früher waren wir Jäger und Sammler, heute kriegen wir es anscheinend nicht mal mehr hin, unser Gemüse zu zerlegen. Keine Zeit? Wir sollten uns vielleicht Gedanken machen, was schneller geht: eine Avocado durchzuschneiden oder den Müll zu trennen und zum Container zu bringen.

Isabell Prophet ist Autorin in Berlin.

Von Isabell Prophet