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Panorama Gerettete Schneewanderer drohen Rettern mit Klage
Nachrichten Panorama Gerettete Schneewanderer drohen Rettern mit Klage
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16:53 09.05.2019
Manche überschätzen sich in den Bergen: Zwei junge Männer auf der Zugspitze. Im Februar musste die Tiroler Bergrettung zwei erschöpfte deutsche Schneewanderer retten. Die „revanchierten“ sich mit besonderer Post. Quelle: epd
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Tannheim

Bergretten bringt auch mal Frust und – Anwaltspost. Die Tiroler Rettungskräfte, die am 3. Februar ausgerückt waren, um zwei erschöpfte, durchfrorene deutsche Schneeschuhwanderer von einer zu strapaziösen Tour zu retten, erhielten jetzt Anwaltspost. Inhalt des Schreibens: Die Rettungskosten seien mit 2261 Euro unbezahlbar. Viel günstiger hätte die Rechnung ausfallen können, wären weniger Bergretter ausgerückt als die drei Fünfmanntrupps. Zwei Mann mit einer Lampe hätten dabei gereicht, zitierte die österreichische „Kronenzeitung“ den Einspruch der Geretteten.

Bei dem Anwalt handelt es sich um einen der Geretteten

Die Bergrettung Tannheim samt Leitstelle Tirol ist über die Zahlungsverweigerung empört. Zum Zeitpunkt der Bergung habe Lawinenwarnstufe 3 geherrscht. Die Rettungsaktion startete am Zugspitzblick und wurde dadurch erschwert, dass die beiden Schneeschuhwanderer die Aufforderung, am zuletzt georteten Platz zu bleiben, missachteten. Einzige Lichtquelle, mit der die Erschöpften auf sich aufmerksam machen konnten war laut „Kronenzeitung“ die Taschenlampe eines Handys.

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Bei dem Anwalt, der jetzt den Einspruch nach Tirol schickte, handele es sich um einen der Geretteten. Bergrettungs-Landesleiter Hermann Spiegl wird in der „Kronenzeitung“ zitiert: „Ich habe kein Problem mit leichtsinnigen Personen, die ihren Fehler einsehen und für den Einsatz geradestehen. Aber sich erst retten lassen und die Kosten dann auf eine dermaßen unsympathische Weise abzulehnen, dafür habe ich genau null Verständnis.“

Von RND/big