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Panorama New Yorker Polizeipräsident entlässt Beamten wegen Tod von Garner
Nachrichten Panorama New Yorker Polizeipräsident entlässt Beamten wegen Tod von Garner
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20:40 19.08.2019
Vor fünf Jahren wurde der Afroamerikaner Eric Garner Opfer von Polizeigewalt. Quelle: imago images / Pacific Press Agency
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New York

Der New Yorker Polizeipräsident James O'Neill hat einen Beamten wegen seiner Verwicklung in den Tod eines schwarzen Mannes 2014 gefeuert. O'Neill gab am Montag bekannt, dass er den weißen Daniel P. basierend auf einer disziplinarrichterlichen Empfehlung entlassen habe. Der Schritt folgte nach Ermittlungen und Protesten wegen des Würgegriff-Todes des unbewaffneten Eric Garner. Garners Schreie „ich kann nicht atmen“ waren mit einer US-Debatte über ethnische Zugehörigkeit und Polizeigewalt verbunden.

Garner starb nach Würgegriff

O'Neill sagte, es sei klar, dass P. „nicht mehr länger effektiv als Polizeibeamter von New York City dienen“ könne. Er sagte auch: „Keiner von uns kann unsere Entscheidungen rückgängig machen, insbesondere, wenn sie zum Tod eines anderen Menschen führen“. Garner starb, nachdem ihn P. bei einer Festnahme in einen Würgegriff genommen hatte. Nach Angaben der Gerichtsmedizin spielte ein Würgegriff eine Rolle beim Tod von Garner. Auf die Frage, ob der Bürgermeister Bill de Blasio ihn dazu gedrängt habe, sagte O'Neill, die Entscheidung zur Entlassung habe bei ihm gelegen. Garners Tod sei eine „irreversible Tragödie“, die eine Konsequenz haben müsse. Auf den Fall wurde bei de Blasios Präsidentschaftsbewerbung aufmerksam gemacht.

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Der Präsident der wichtigsten Polizeigewerkschaft von New York, Patrick Lynch, kritisierte die Entlassung. Die Mitteilung von O'Neill zeige, dass er „Politik und sein eigenes Selbstinteresse den Polizeibeamten vorgezogen“ habe, „von denen er behauptet, sie anzuführen“.

Tochter des Opfers fordert ein "Eric-Garner-Gesetz"

Garners Tochter Emerald Snipes Garner bedankte sich bei O'Neill, „dass er das Richtige getan hat“. Der Kampf ihrer Familie für Gerechtigkeit sei aber nicht vorbei. Die Familie wolle, dass auch gegen die anderen Beamten Maßnahmen ergriffen würden, die bei der Festnahme ihres Vaters anwesend gewesen seien. Emerald Snipes Garner forderte ein „Eric-Garner-Gesetz“, das Würgegriffe durch die Polizei illegal machen würde.

Videoaufnahmen der Festnahme hatten zu Protesten geführt. Schwarze Aktivisten und liberale Politiker sprachen sich für die Entlassung von P. aus. Bei einem Verfahren im Polizeihauptquartier argumentierten P.s Anwälte vor kurzem, er habe eine zulässige Technik angewandt, um Garner zu überwältigen.

Garner soll sich geweigert haben, Handschellen angelegt zu bekommen, nachdem ihm Beamte vorgeworfen hatten, unversteuerte Zigaretten verkauft zu haben. Im Video eines Passanten sieht es so aus, als ob P. erst versuchte, zwei zugelassene Festhaltetaktiken gegen Garner anzuwenden, der viel größer als er war. Dann hielt er seinen Arm etwa sieben Sekunden lang um Garners Hals.

O'Neill sagte, P. habe zunächst einen Würgegriff bei Garner vorgenommen, als die beiden Männer nach hinten in ein Fenster gefallen seien. Das sei verständlich gewesen. Doch P. habe seinen Griff auch nicht gelockert, als andere Beamte Garner zu Boden gebracht hätten. Das habe P. seinen Job gekostet.

RND/dpa