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Panorama Eurogate macht Druck bei Jade-Weser-Port
Nachrichten Panorama Eurogate macht Druck bei Jade-Weser-Port
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17:25 17.04.2012
Von Klaus Wallbaum
JadeWeserPort in Wilhelmshaven
JadeWeserPort in Wilhelmshaven Quelle: dpa
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Hannover/Wilhelmshaven

Im Streit um die Frage, wie intakt die Spundwand des neuen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven ist, verschärft der Betreiber Eurogate jetzt die Tonlage. In einem Brief an die bremisch-niedersächsische Betreibergesellschaft verlangt die Eurogate-Geschäftsführung verbindliche Aussagen über die Reparatur der Schäden und über den Probebetrieb, den Eurogate am 5. Mai starten will. Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) reagierte demonstrativ gelassen: „Die Hafenfläche kann Eurogate am 5. Mai übergeben werden, bei eventuellen Beeinträchtigungen kann Eurogate dann Schadensersatz geltend machen - wir würden diese dann an die Versicherung der Baufirmen weiterleiten.“

Der Hafen wurde von einer Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des emsländischen Unternehmens Bunte gebaut. In der 1000 Meter langen Kaimauer sind aber inzwischen 150 Risse aufgetreten, deren Ursache noch unklar ist. Für die Reparatur, die noch nicht begonnen hat, müssen entweder die Baufirmen oder deren Versicherungen aufkommen. Eurogate will Anfang Mai schon den Probebetrieb auf dem Hafengelände beginnen, drei Monate vor dem offiziellen Start des Hafens am 5. August. Im Mai beginnen aber auch die Reparaturarbeiten unter Wasser vor der Kaimauer. Dies könnte beim geplanten Probebetrieb zu Störungen führen. Unklar ist auch, ob die vier weiteren riesigen Verladekräne, sogenannte „Containerbrücken“, wie geplant im Mai auf dem Hafengelände installiert werden können. Sie sind derzeit auf Spezialschiffen unterwegs von Shanghai nach Wilhelmshaven.

Bode sagte, in den Verträgen sei der von Eurogate gewünschte Probebetrieb gar nicht vereinbart. Wichtig sei für das Land nur, dass Eurogate am 5. August mit dem eigentlichen Hafenbetrieb starte. „Darauf bestehen wir“, sagte Bode. Eurogate käme eine Verschiebung dieses Termins womöglich nicht ungelegen. Von August an müsste die Firma eine Umschlag im Hafen Wilhelmshaven garantieren, womöglich sind bisher aber erst wenige Schiffslieferungen vereinbart. In diesem Fall könnte Eurogate verpflichtet sein, eine Konventionalstrafe zu zahlen.

17.04.2012
17.04.2012