Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Panorama Erneut Attentat in Jerusalem
Nachrichten Panorama Erneut Attentat in Jerusalem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:37 05.11.2014
Foto: Mit einem Kleinbus ist ein Attentäter in Jerusalem in zwei Menschengruppen gefahren.
Mit einem Kleinbus ist ein Attentäter in Jerusalem in zwei Menschengruppen gefahren. Quelle: Reuters
Anzeige
Jerusalem

Wieder Terroralarm in Jerusalem: Ein Palästinenser ist am Mittwoch mit einem Kleinbus in zwei Passantengruppen gefahren und hat mindestens einen Polizisten getötet. 13 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der 38-jährige Attentäter sei außerdem mit einer Eisenstange auf seine Opfer losgegangen und dann erschossen worden, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Die radikal-islamische Hamas übernahm die Verantwortung für die Tat. Angesichts der zunehmenden Gewalt stieg in Israel die Angst vor einer neuen Intifada, einem Aufstand der Palästinenser.

Der Attentäter stammte laut der Zeitung „Haaretz“ aus dem Stadtteil Schuafat in Ostjerusalem, dort brachen nach dem Anschlag neue Unruhen aus. Die Hamas bezeichnete den Fahrer als Helden, der darauf bestanden habe, „Angriffe auf die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg und die Märtyrer des palästinensischen Volkes zu rächen“. „Wir rufen zu weiteren Taten dieser Art auf“, zitierte „Haaretz“ einen Hamas-Sprecher.

Israels Polizeichef Johanan Danino kündigte eine weitere Verstärkung der Polizeipräsenz in Jerusalem an. „In Jerusalem muss wieder Ruhe einkehren.“ Jerusalem erlebt seit Wochen vermehrt Ausschreitungen und Unruhen. Vor zwei Wochen war ein Palästinenser mit seinem Auto in eine Straßenbahnhaltestelle gerast. Dabei waren zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Vergangene Woche wurde der radikale jüdische Tempelberg-Aktivist Jehuda Glick von einem Palästinenser niedergeschossen. Nach dem Anschlag auf Glick hatte die israelische Polizei den für Muslime heiligen Tempelberg und dessen Umgebung zeitweise ganz gesperrt. Aus Protest dagegen zog Jordanien am Mittwoch seinen Botschafter aus Israel ab.

Bei der zweiten Intifada in den Jahren von 2000 bis 2005 waren bei Anschlägen mehr als 1500 Israelis getötet worden, auf Seiten der Palästinenser gab es fast 3600 Todesopfer.

dpa

Mehr zum Thema

Nach der Schließung des Tempelbergs in Jerusalem durch die israelische Polizei am Donnerstag hat die palästinensische Fatah-Partei zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen.

31.10.2014

Auf Gewalt folgt Gegengewalt: Nach einem Attentat auf einen jüdischen Aktivisten kommt es in Jerusalem zu Ausschreitungen. Politiker beider Seiten warnen vor einer weiteren Eskalation.

30.10.2014

Als erstes westliches EU-Land hat Schweden die Anerkennung Palästinas als eigenständigen Staat bekanntgegeben. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von einem "mutigen und historischen" Schritt.

30.10.2014
05.11.2014
05.11.2014