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Panorama Elf Jahre Haft für Hells-Angels-Mitglied nach tödlichen Schüssen
Nachrichten Panorama Elf Jahre Haft für Hells-Angels-Mitglied nach tödlichen Schüssen
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16:20 30.08.2010
Der Prozess begann im März unter großen Sicherheitsvorkehrungen. Ausschreitungen zwischen den Delegationen der Bandidos und Hells Angels blieben aber aus.
Der Prozess begann im März unter großen Sicherheitsvorkehrungen. Ausschreitungen zwischen den Delegationen der Bandidos und Hells Angels blieben aber aus. Quelle: dpa
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Knapp ein Jahr nach tödlichen Schüssen im Rockermilieu hat das Duisburger Schwurgericht am Montag ein Mitglied des Motorradclubs „Hells Angels“ zu elf Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht sah es als erwiesen an, Timur A. im Herbst vergangenen Jahres ein Mitglied der Bandidos vor deren Clubheim erschoss und damit Totschlag beging. Das Merkmal der Heimtücke sei aber nicht zu erkennen, erklärte ein Gerichtssprecher.

Die Staatsanwaltschaft erhob ursprünglich Anklage wegen Mordes, rückte aber in ihrem Plädoyer davon ab. 13 Jahre Haft wegen Totschlags und versuchten Totschlags in zwei Fällen lautete schließlich die Forderung. Vom Vorwurf, auf zwei unbeteiligte Frauen geschossen zu haben, sprach das Gericht den Angeklagten frei.

Dem Urteil zufolge gab Timur A. am Abend des 8. Oktober vor dem Bandidos-Club „The Fat Mexican“ in Duisburg mehrere Schüsse ab, die das 32-jährige Opfer tödlich am Kopf verletzten. Als Motiv für die Tat gilt ein Streit um eine Frau. Sie soll eine Beziehung mit A. beendet haben, um mit dem späteren Opfer zusammen zu sein.

Anhand von Zeugenaussagen und Ergebnissen einer Gebäudeüberwachung durch die Polizei ergab sich für das Landgericht das Bild einer gegenseitigen Kampfansage. Mit den Worten „Komm raus und mach dich lang!“ soll das spätere Opfer A. provoziert haben. Auch ein Kopfgeld soll auf ihn ausgesetzt gewesen sein.

Der Prozess begann im März unter großen Sicherheitsvorkehrungen. Ausschreitungen zwischen den Delegationen der Bandidos und Hells Angels blieben aber aus. Zur Urteilsverkündungen kamen je fünf Mitglieder der Clubs, zwischen denen Ende vergangenen Jahres im Ruhrgebiet kurzzeitig ein Krieg entbrannte.

apd/dpa