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Panorama Dreijährige Jugendhaftstrafe für Fahrt in Menschenmenge
Nachrichten Panorama Dreijährige Jugendhaftstrafe für Fahrt in Menschenmenge
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16:02 03.11.2010
Wegen der Panikfahrt durch eine Menschenmenge am 1. Mai dieses Jahres muss der 20-Jährige eine dreijährige Jugendstrafe verbüßen.
Wegen der Panikfahrt durch eine Menschenmenge am 1. Mai dieses Jahres muss der 20-Jährige eine dreijährige Jugendstrafe verbüßen. Quelle: dpa (Archiv)
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Zu einer Jugendhaftstrafe von drei Jahren hat das Landgericht Oldenburg einen 20-Jährigen wegen einer Panikfahrt in eine Menschenmenge verurteilt. Der betrunkene Mann hatte am 1. Mai dieses Jahres 20 Fußgänger in Friesoythe angefahren und zum Teil schwer verletzt. Eine junge Frau lag tagelang im Koma. Die Jugendkammer fällte das Urteil wegen fahrlässiger und gefährlicher Körperverletzung, vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht.

Der Mann aus Litauen besitzt keinen Führerschein. Dennoch steuerte er an dem Feiertag den PS-starken Automatikwagen seines Chefs nach Hause, der ebenfalls betrunken neben ihm saß. Knapp 2 Promille ergab der Alkoholtest später bei dem Angeklagten. Als sie auf eine Menschengruppe mit Bollerwagen zufuhren, versuchte er an ihnen vorbei zu kommen. „Nach diesen ersten Zusammenstößen hat er bemerkt, dass er so nicht durch kommt und dass er Menschen verletzt hat. Er ist gleichwohl weitergefahren, zunächst langsam, dann schneller“, sagte der Vorsitzende Richter, Dietrich Janßen. Er habe dann Vollgas gegeben und sei mit Tempo 50 oder mehr durch die Menge fahren. Dabei habe er in Kauf genommen, dass Menschen verletzt werden oder zu Tode kommen. „Die Motive des Angeklagten sind letztlich nicht geklärt worden“, sagte Janßen.

Mit dem Strafmaß blieb die Kammer knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die wegen versuchten Mordes und vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung auf drei Jahre und zehn Monate Haft plädiert hatte.

Über seine Dolmetscherin entschuldigte sich der Angeklagte im Prozess bei den Opfern. Sein Anwalt spricht von einem tragischen Unfall. „Er war alkoholisiert, hatte Angst bekommen und war auf der Flucht. Er wollte den Leuten ausweichen, hat dabei aber leider einige von ihnen verletzt“, erläuterte Verteidiger Reinhard Nollmann in seinem Plädoyer.

dpa

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