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Panorama Dokumentarfilmer nach Hai-Angriff in der Kritik
Nachrichten Panorama Dokumentarfilmer nach Hai-Angriff in der Kritik
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14:29 20.04.2012
Foto: Vor der südafrikanischen Küste hat ein weißer Hai einen Bodyboarder getötet.
Vor der südafrikanischen Küste hat ein weißer Hai einen Bodyboarder getötet. Quelle: dpa
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Kapstadt

Nach einem tödlichen Angriff eines Weißen Hais auf einen Surfer vor der südafrikanischen Küste sind Dokumentarfilmer in die Kritik geraten. Sie hatten in den vergangenen Wochen größere Mengen Köderfisch ins Meer geworfen, um Haie anzulocken. Am Donnerstagnachmittag hatte ein über vier Meter großer Hai nahe Kogel Bay in seichtem Wasser einen 20-jährigen Surfer attackiert und ihm ein Bein abgebissen. Der Sportler starb im Meer.

Augenzeugen berichteten, dass es dem Tier erst beim dritten Angriff gelungen sei, den Surfer zu packen. „Es war eine Horrorshow, es sah aus wie in dem Film 'Der Weiße Hai'“, sagte der Surfer Matt Marais Sapa. Da mehrere Haie in der Nähe gesichtet wurden, konnte die Leiche des jungen Mannes zunächst nicht geborgen werden. Unter den Augenzeugen war auch der 18-jährige Bruder des Opfers.

Angriffe der größten Raubfische auf Menschen kommen in den Gewässern vor Südafrika immer wieder vor.

Nach Warnungen unter anderem von dem Hai-Experten Dirk Schmidt in den vergangenen Wochen hatte die nationale Umweltbehörde am Montag die Kritik an dem Köderfisch als „unangemessen“ zurückgewiesen. Allerdings entzogen die Behörden kurz nach dem Unglück am Donnerstag dem US-Dokumentarfilmer Chris Fischer die Dreh-Genehmigung.

„Wir glauben nicht, dass das Unglück etwas mit dem Projekt zu tun hat, aber angesichts der Kontroversen haben wir uns entschlossen, das Programm zu beenden“, sagte der Sprecher des Umweltministeriums Zolile Nqayi der Zeitung „Cape Times“. Das Filmprojekt habe bereits „eine Menge Panik“ ausgelöst „und wir wollen sicherstellen, dass die Menschen ohne Furcht an den Strand gehen“. Die Behörden von Kapstadt gaben am Freitag den zunächst gesperrten Strandabschnitt wieder frei.

Fischer dementierte laut der südafrikanischen Nachrichtenagentur Sapa, dass seine Arbeit für „National Geographic“ in irgendeiner Weise etwas mit dem Tod des 20-Jährigen in der Nähe von Kapstadt zu tun haben könnte. Sein Team habe den Küstenabschnitt bereits vor mehreren Tagen verlassen. Während der 24-stündigen Arbeit habe man lediglich 24 Kilo Sardinen als Köder ins Meer geworfen. Schmidt hatte davor gewarnt, dass Tonnen von Köderfisch ins Meer geworfen werden würden, die dann viele Haie anlocken könnten. Wind und Strömungen könnten die Köder in Nähe der Strände von Kapstadt treiben.

Die vor der Küste Kapstadt operierenden Veranstalter von Tauch-Expeditionen werfen allerdings laut der „Cape Times“ täglich Hunderte von Kilo an Fischködern ins Meer. Touristen werden in Käfigen ins Wasser gelassen, wo sie dann die Haie beobachten können.

Unterdessen ging einer der größten Weißen Haie, die je gesichtet wurden, Fischern vor der mexikanischen Küste ins Netz – das Tier war bereits tot. Sechs Meter lang und beinahe eine Tonne schwer war der Fisch, den zwei Männer nahe der Ortschaft Baja California aus dem Golf von Kalifornien holten, wie US-Medien am Donnerstag berichteten. Eine ganze Stunde brauchten die Fischer, um mit dem Riesen im Schlepptau in ihrem Boot die knapp vier Kilometer bis zum Strand zu bewältigen. Um den Koloss an Land zu ziehen, packten 50 Helfer an.

„Es ist zwar ungewöhnlich, dass Fischer einen so großen Hai fangen, aber das Vorkommen von erwachsenen weißen Haien im Golf von Kalifornien ist durchaus normal“ sagte ein Experte dem Lokalsender Grind TV.

dpa

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