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Panorama Das sind die Sonnenbrillen des Sommers
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10:00 29.06.2019
Katzenaugenform und farbige Gläser: Dieses Modell von Fielmann vereint gleich zwei Sonnenbrillentrends dieses Sommers. Quelle: Fielmann
Hannover

Spätestens seit Audrey Hepburns Auftritt als Holly Golightly im Film „Frühstück bei Tiffany’s“ ist klar, dass eine Sonnenbrille nur in zweiter Linie dazu da ist, die Augen vor grellem Licht zu schützen. Zuallererst ist sie ein höchst dekoratives Accessoire.

Das Modell Manhattan aus dem Jahr 1960, das Holly gleichzeitig mondän und zurückhaltend wirken lässt, gibt es vom britischen Hersteller Oliver Goldsmith als Replik. Und es ist mit seiner Katzenaugenanmutung, den übergroßen Gläsern und dem braun-schwarzen Schildpattgestell aktueller denn je: „Tortoise Shell“ und „Cat-Eyes“ dominieren die Sonnenbrillenmode bei den Damen derzeit besonders stark.

Neben Goldsmith setzen auch Luxusdesigner auf die in den Fünfziger- und Sechzigerjahren angesagte Form – zum Teil mit buntem Schildpatt als Hingucker. Besonders extravagant muten Modelle mit schmalen Gläsern an, die die Katzenaugensilhouette extrem betonen (etwa von Mango).

Zwischen Fünfzigerjahre-Diva und futuristischer Reduktion: Sonnenbrille von Prada. Quelle: Prada/Fielmann

Der Look ist weniger an Audrey Hepburn als vielmehr an Marilyn Monroe angelehnt, die in „Wie angelt man sich einen Millionär?“ Cat-Eye-Glasses einen besonderen Sexappeal verlieh. Das Label Marni interpretiert diese Grundform mit breitem Kunststoffrahmen und nahezu dreieckigen Gläsern komplett neu und gibt ihr mit dem Modell „Spy“ einen geheimnisvoll-futuristischen Anstrich.

Prada experimentiert mit der Form eines Hexagons und Dior mit farbigen Gläsern. Auch sportlichere Marken wie Carrera und Ray Ban setzen auf die divenhaften Katzenaugen. Dabei war die Form schon zu Audreys und Marilyns Zeiten alles andere als neu – sie ist nahezu ein Jahrhundert alt.

Für den perfekten Holly Golightly-Look: Das Modell „Manhattan“ von Oliver Goldsmith. Quelle: Oliver Goldsmith

Hinter der Brille mit der markanten schrägen Form steht eine Frau: Altina Schinasi, Tochter eines US-amerikanischen Erfinders mit türkischen Wurzeln, war Schaufenstergestalterin in New York, als ihr Anfang der Dreißigerjahre beim Dekorieren der Auslage eines Optikers auffiel, wie gleichförmig doch die Brillenmodelle für Damen waren.

Der damals ausschließlich runden Form setzte sie einen spitzen Designentwurf entgegen. Vorbild waren venezianische Masken, die sie bei einem Aufenthalt in Italien entdeckt hatte. Kurzerhand wählte sie für ihre Kreation denn auch den Namen Harlequin-Glasses (Harlekin-Brille).

Ein Optiker in der Madison Avenue nahm das Modell in sein Sortiment auf – und die erste prominente Abnehmerin ließ nicht lange auf sich warten: Clare Boothe Luce war Redakteurin bei der amerikanischen „Vogue“ und feierte später als Schriftstellerin („Die Frauen“) und Politikerin Erfolge. Darüber hinaus war sie die Ehefrau des Verlegers der Zeitschriften „Time“ und „Life“, Henry Luce. Über Modestrecken in „Vogue“ und anderen Illustrierten wurde die Harlekin-Brille schließlich weltweit populär.

Marilyn Monroe machte die Katzenaugenbrille zum attraktiven Accessoire

Schinasi gründete ein eigenes Brillenunternehmen, verkaufte es aber noch während des Zweiten Weltkriegs und widmete sich fortan der Kunst und dem Dokumentarfilm. Ihre Brillenform wurde indes weiterentwickelt. Schmuckverzierungen an den geschwungenen Enden sorgten für Glamour. Vor allem aber die kurzsichtige Marilyn Monroe machte die in den Fünfzigern nun allgemein als Katzenaugenbrille bekannte Sehhilfe zu einem attraktiven Accessoire.

Doch bei allen Versuchen, das Gestell fortan nicht mehr mit einem biederen Bibliothekarinnenimage in Verbindung zu bringen und es daher mit Strass, Gold und Miniflügeln an den oberen Ecken aufzuwerten, wurde diese Brillenform zu einer Karikatur – allenfalls noch für Faschingspartys zu gebrauchen oder als Erkennungszeichen allürenhafter Tanten.

Marni interpretiert die Katzenaugenform mit breitem Kunststoffrahmen und nahezu dreieckigen Gläsern komplett neu Quelle: Marni

Dennoch überdauerte zumindest die Grundform: Für mehr dezente Eleganz wurden in den Sechzigerjahren die Enden der Brille weniger hochgezogen und die Gläser größer. Schmuckdetails verschwanden. Vor allem Sonnenbrillen profitierten von der Veränderung.

Audrey Hepburn und Jackie Kennedy wählten die große Dunkle zum kleinen Schwarzen und zeigten der Welt, wie damit ein mondäner Auftritt gelingt. Ebenso wie Brigitte Bardot über Sophia Loren bis hin zu Grace Kelly.

Und es ging noch größer: In den Siebziger- und Achtzigerjahren bedeckten übergroße Brillengläser das halbe Gesicht. In den Neunzigern dominierten farbige Gläser, Anfang 2000 waren dann dicke, klobige Rahmen angesagt. Immer aber waren die Ränder leicht nach oben geschwungen.

Ein schmales Katzenaugenmodell kommt am besten bei einer trapezförmigen Gesichtsform zur Geltung. Quelle: Vogue/Fielmann

Doch wem steht was? Ein schmales Katzenaugenmodell kommt am besten bei einer trapezförmigen Gesichtsform zur Geltung, wenn Stirn und Schläfenbereich eher schmal, die Kinnpartie dagegen sehr ausgeprägt ist. Je runder das Gesicht ist, desto eckiger sollten die Gläser sein. Ein eckiges Gesicht wiederum erscheint weicher mit runden Gläsern. Zu einem herzförmigen oder ovalen Gesicht passt nahezu jede Form.

In diesem Sommer sind bei Sonnenbrillen übergroße und ultraschmale Modelle ebenso im Trend wie dünne und dicke Rahmen aus Metall, Schildpatt oder Kunststoff mit dunklen oder auch farbigen Gläsern – also alles, was seit den Fünfzigern schon einmal da war.

Zusammen ergibt es das Beste von heute: Eine Sonnenbrille, die einer Holly Golightly würdig ist. Ihr Schöpfer, der Schriftsteller Truman Capote, hat den Namen nicht ohne Hintergedanken gewählt: „Go ligthly“ bedeutet „Nimm’s leicht“. Wenn das kein Motto für Sonnenbrillenträger ist.

Von Kerstin Hergt

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