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Panorama Chancen auf weiße Weihnachten schwinden
Nachrichten Panorama Chancen auf weiße Weihnachten schwinden
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22:28 19.12.2011
Bäume ohne weiße Pracht: In Norddeutschland liegt nur an jedem sechsten Jahr an wenigstens einem der Feiertage Schnee.
Bäume ohne weiße Pracht: In Norddeutschland liegt nur an jedem sechsten Jahr an wenigstens einem der Feiertage Schnee. Quelle: dpa
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Hannover

Der Druck auf die Meteorologen beginnt bereits im August. Denn dann kommen Jahr für Jahr schon die ersten Fragen nach den Chancen auf eine weiße Weihnacht auf. Das sei für einige Menschen wichtiger als die Frage nach einem schönen Sommer, sagte vor wenigen Tagen ein Wetterexperte. „Es gibt eine große Sehnsucht nach dem perfekten weißen Weihnachtsfest“, sagt Michael Klein vom Wetterdienst donnerwetter.de. In jedem Kinderbuch, auf jedem idyllischen Weihnachtsfoto liege Schnee, daher gehöre in unserem Wunschbild der Schnee einfach zum Fest dazu.

Dabei wird die Hoffnung nur allzu oft enttäuscht. Hier bei uns im Norden liegt nur an jedem sechsten Jahr an wenigstens einem der Feiertage Schnee. Das vergangene Jahr, als ganz Deutschland an allen drei Festtagen von einer dicken Schneedecke bedeckt war, gilt als große Ausnahme.

Für die Meteorologen ist kaum etwas komplizierter als die Weiße-Weihnacht-Vorhersage. Was vielleicht auch mit dem Druck zu erklären ist, der bei all der Sehnsucht nach Schnee auf den Experten lastet. Verschiedene Bedingungen müssen für Schnee zum Fest zusammenkommen, sagt Michael Klein. Mit eisiger Kälte allein ist es nicht getan. Für den Schnee muss auch noch Feuchtigkeit dabei sein. „Sie muss von den Meeren kommen, wo es aber wärmer ist als auf dem Kontinent“, sagt Klein. Die wärmere Luft sorgt dann aber meist doch dafür, dass es nicht Schnee ist, der vom Himmel fällt, sondern Regen.

Und dann gibt es das bei Meteorologen berüchtigte Weihnachtstauwetter. Es ist ein statistisch dokumentiertes Wetterereignis. „Dummerweise wird es bei uns in Deutschland oft pünktlich, vor oder aber mit den Weihnachtsfeiertagen wärmer“, sagt Klein.

Natürlich kann niemand im August schon sagen, ob es an Heiligabend schneit. Aber auch jetzt, wenige Tage vor dem Fest, sind die Meteorologen noch am rätseln und raten, sobald es um die Aussichten für die Weihnachtsfeiertage geht.

Eins steht aber bereits fest. Im vergangenen Jahr waren die Aussichten auf Schnee zum Fest ungleich besser: Es war vor den Feiertagen deutlich kühler, der Boden war richtig durchgefroren, sodass die Schneeflocken gar nicht tauen konnten. So richtig knackigen Frost hat es in diesem Winter noch gar nicht gegeben.

Immerhin könnte es in den nächsten Tagen vielleicht schneien. Aber bisher rechnet kein Meteorologe damit, dass der Schnee im norddeutschen Tiefland auch liegen bleibt. Denn kurz vor den Feiertagen wird es mal wieder wärmer. Für Heiligabend rechnen die Meteorologen dann mit Schmuddelwetter. Aber so richtig festlegen will sich im Moment noch kein Wetterexperte.

Mathias Klein