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Panorama Caritas verteidigt Verkaufsplan
Nachrichten Panorama Caritas verteidigt Verkaufsplan
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20:41 14.07.2009
Von Thorsten Fuchs
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„Wir glauben, dass das vom Johannesstift vorgelegte Angebot sehr zukunftsfähig ist und Ihre Arbeitsplätze nachhaltig sichert“, heißt es in einem offenen Brief an die gut 500 Mitarbeiter. Zugleich enthält das Schreiben scharfe Kritik an der Mitarbeitervertretung, die Verhandlungen mit anderen Anbietern gefordert hatte. Die Mitarbeitervertretung habe „nicht mehr zuerst das Wohl der Mitarbeitenden im Blick“, schreiben Propst Martin Tenge und Diözesancaritasdirektor Hans-Jürgen Marcus.

In dem fünfseitigen Brief verteidigen Tenge und Marcus detailliert ihre Pläne. Die Heime sollen, wie berichtet, zum 1. August an das Berliner Johannesstift verkauft werden. Die Mitarbeiter müssten dabei jedoch Lohneinbußen von 13 Prozent hinnehmen. Die hannoversche Landeskirche und die Gewerkschaft ver.di kritisieren das Vorhaben. Die Mitarbeitervertretungen haben die Beschäftigten aufgefordert, die neuen Arbeitsverträge nicht zu unterzeichnen.

Tenge und Marcus rechtfertigen das Vorhaben mit wirtschaftlichem Druck. Bei einem Scheitern „stehen wir sehr kurzfristig vor der Insolvenz“, schreiben sie. Für lange Verhandlungen bleibe keine Zeit mehr. Die hannoversche Diakonie habe es versäumt, ihr Interesse an einer Übernahme früher zu bekunden, die prekäre Lage der Caritas sei bekannt gewesen. Konkrete Vorwürfe richtet die Caritas an die Diakonie Kästorf, die zusammen mit dem Stephansstift als möglicher Interessent gilt. Deren Mitarbeitervertretung versuche, die Mitarbeitervertretung der Caritas zu instrumentalisieren, um eine Übernahme durch das Johannesstift zu verhindern. Ein vertrauensvolles Miteinander der Caritas mit der Diakonie Kästorf werde dadurch verhindert.

Eine Sprecherin der Caritas-Mitarbeitervertretung wies die Vorwürfe der Caritas-Leitung zurück: „Wir versuchen nur, die Beschäftigten möglichst umfassend zu informieren.“ Für Mittwochnachmittag ist eine Protestkundgebung vor der Caritas-Geschäftsstelle am Leibnizufer geplant, zu der die Gewerkschaft ver.di aufgerufen hat.