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Panorama Bundespolizei geht gegen Scheinehen vor – 28 Festnahmen
Nachrichten Panorama Bundespolizei geht gegen Scheinehen vor – 28 Festnahmen
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14:08 10.07.2019
Ein Mitarbeiter der Polizei steht vor einem Restaurant in der Südvorstadt von Leipzig. Mit mehr als 500 Beamten ist die Bundespolizei gegen bandenmäßige Scheinehen vorgegangen. Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbil
Leipzig

Bei einer Großrazzia sind am Mittwoch rund 550 Beamte der Bundespolizei gegen bandenmäßige Scheinehen vorgegangen. Schwerpunkt der Ermittlungen sei der Großraum Leipzig, sagte ein Sprecher der Behörde in Leipzig. Insgesamt seien seit dem frühen Mittwochmorgen in Sachsen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Bayern 39 Objekte durchsucht worden. 30 davon befinden sich in und um Leipzig. Auch im thüringischen Altenburg, in Ludwigshafen am Rhein sowie in drei bayrischen Städten waren Polizisten im Einsatz.

Den Angaben zufolge laufen die Verfahren gegen zwei Hauptbeschuldigte und 66 weitere Verdächtige. 28 Menschen seien bisher vorläufig festgenommen worden, hieß es Mittwochmittag. Bereits seit Frühjahr 2017 laufen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Leipzig die Ermittlungen wegen des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern.

Im Video: Großrazzia: Bundespolizei geht gegen Scheinehen vor

Bis zu 22.000 Euro sollen für die Vermittlungen geflossen sein

Die hauptsächlich pakistanischen oder indischen Staatsangehörigen sollen nach Osteuropa und Zypern eingereist und dort mit Frauen verheiratet worden sein, um anschließend als Ehepartner in Deutschland eine EU-Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Teilweise seien die Eheschließungen fingiert gewesen. Zudem sollen die Verdächtigen auch Arbeits- und Meldebescheinigungen gefälscht haben.

Zwischen 15.000 und 22.000 Euro sollen für die Vermittlungen geflossen sein, so der Polizeisprecher. Erste Hinweise habe es aus dem Ausland gegeben. Deswegen arbeitet die Bundespolizei in diesem Fall auch mit Europol zusammen. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch sind den Angaben zufolge unter anderem Heiratsurkunden, Mobiltelefone, Bargeld und Speichermedien sichergestellt worden.

Von RND/dpa