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Panorama Betrug mit Flirt-Line: Angeklagte geständig
Nachrichten Panorama Betrug mit Flirt-Line: Angeklagte geständig
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13:47 07.09.2010
Quelle: Rainer Dröse (Archiv)
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Betrügereien mit fingierten Kontaktanzeigen haben drei Männer am Dienstag im Landgericht Hildesheim eingeräumt. Das Trio ist angeklagt, 67 kontaktsuchende Männer aus ganz Deutschland um mehr als 92.000 Euro geprellt zu haben. Mit Hilfe von vorgetäuschten privaten Kontaktanzeigen und professionellen Telefonistinnen wurden die Alleinstehenden animiert, teure Sondernummern anzurufen. Als Gegenleistung für die Geständnisse hat die Staatsanwaltschaft zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafen für die beiden Hauptangeklagten vorgeschlagen. Ein dritter, wegen Beihilfe angeklagter Mann, soll eine Geldstrafe erhalten.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft kassierten die 34 bis 40 Jahre alten Angeklagten etwa drei Jahre lang Geld für ihre Betrügereien. „Dabei nutzten sie die Bedürftigkeit und Gutgläubigkeit der Anrufer aus“, betonte Oberstaatsanwalt Uwe Görlich. Zunächst schalteten das Trio in Zeitungen und Anzeigenblättern private Kontaktanzeigen. Interessenten sollten eine Kurznachricht an die von ihnen ausgesuchte Dame senden. Beim anschließenden telefonischen Kontakt spiegelten die Telefonistinnen den Anrufern vor, dass nur geringe Kosten entstehen würden. In Wirklichkeit wurden teure Minutenpreise für die Flirt-Line abgerechnet.

So zahlte ein Partnersuchender knapp 1500 Euro für ein mehrstündiges Gespräch. Ein anderer musste für Telefonkontakte an drei Tagen 7139 Euro berappen. Ein Treffen mit den Damen gab es nie. „Profitiert haben die Firma der Angeklagten und die Damen am Telefon“, betonte Görlich. Zudem habe der Netzanbieter rund die Hälfte der Minutenpreise von zumeist 1,99 Euro erhalten.

Die Anwälte erklärten, die Angeklagten wollten die geforderten Strafen annehmen. Das Gericht sah keine grundsätzlichen Bedenken gegen diese Absprache. „Lediglich die Höhe der zusätzlichen Geldauflagen muss noch genauer erörtert werden“, sagte der Vorsitzende Richter der Wirtschaftsstrafkammer, Bernhard Krause. Die Plädoyers und das Urteil sind für den 27. September angekündigt.

dpa