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Panorama Betrüger kauft jahrelang Bahn-Tickets – und bezahlt sie nicht
Nachrichten Panorama Betrüger kauft jahrelang Bahn-Tickets – und bezahlt sie nicht
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19:28 23.05.2019
Im niedersächsischen Göttingen muss sich ein 44-Jähriger wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs vor Gericht verantworten. Quelle: Armin Weigel/dpa
Göttingen

Wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs muss sich seit Donnerstag ein 44-jähriger Mann aus dem Landkreis Göttingen vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem bereits vielfach vorbestraften Angeklagten insgesamt 39 Taten vor. Demnach soll er in den Jahren 2015 und 2016 auf der Internetseite der Deutschen Bahn mehrere Dutzend Fahrscheine, Bahncards sowie Monats- und Jahreskarten im Gesamtwert von mehr als 58.000 Euro gekauft und erhalten haben, ohne diese zu bezahlen. In den meisten Fällen habe er dabei erfundene Alias-Namen und fiktive Kontodaten in das Bestellformular eingegeben. Der Angeklagte sei aufgrund seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht in der Lage gewesen, den Kaufpreis zu bezahlen.

Der 44-Jährige, der nach eigenen Angaben damals von Hartz IV gelebt hat, räumte zu Prozessbeginn insgesamt 23 Taten ein. Er habe die Fahrkarten immer von einem Rechner in einem Internet-Café bestellt. Auf die Frage des Richters, wer die anderen Taten begangen habe, sagte er: „Keine Ahnung, ich nicht.“ Möglicherweise stecke ein früherer Nachbar dahinter, der damals im gleichen Haus gewohnt habe. Diesem habe er damals von der Betrugsmasche erzählt. Inzwischen sei der Mann verstorben.

Bis zu zehn verschiedene Namen benutzt

Laut Anklage soll der 44-Jährige bis zu zehn verschiedene Alias-Namen verwendet haben. Er habe dann jeweils die entsprechenden Namen an den Briefkasten geklebt, sagte er. Nicht alle bestellten Fahrkarten seien auch angekommen. Der Angeklagte soll mehrfach gleich mehrere Bestellungen hintereinander abgesandt haben. So soll er beispielsweise einmal an einem Tag zwei Tickets für insgesamt 5.500 Euro, an einem anderen Tag drei Tickets für mehr als 2.000 Euro bestellt haben. Darunter waren Fahrkarten ins Ausland, zum Beispiel zum Flughafen in Zürich, eine Bahncard 1. Klasse sowie eine Abo-Monatskarte für die Strecke zwischen Kassel und Hamburg.

In den meisten Fällen, so der Angeklagte, habe er die Fahrkarten nicht selbst benutzt, sondern verschenkt. „Kenn ja genug Leute, die`s nötig haben“, sagte er. Wenig später erklärte er dagegen, dass er die Fahrkarten „nur Fremden geschenkt“ habe. Diese will er jeweils vor einem Kaufhaus in der Göttinger Innenstadt angesprochen haben. Er habe sich dann „wie Robin Hood“ gefühlt. Einige der verschenkten Tickets seien auf vier oder fünf Personen ausgestellt gewesen. „Ich bin dann auch mitgefahren mit den Leuten, auch ins Ausland.“ Der Staatsanwalt wies darauf hin, dass der Angeklagte auch selbst profitierte. So habe er eine Fahrkarte für zwei Erwachsene und einen Hund nach Malmö in Schweden genutzt.

Deutschen Bahn stellte 2016 Strafanzeige

Die Polizei Göttingen war im Dezember 2016 durch eine Strafanzeige der Deutschen Bahn auf den Fall aufmerksam geworden. Aufgrund von Datenanalysen sei der Verdacht auf den 44-Jährigen gefallen, sagte der ermittelnde Beamte. Dieser sei bereits seit Jahren einschlägig bekannt. Bei einer Durchsuchung stellten die Ermittler neben einer Bahncard auch einen Computer und ein Tablet sicher. Darauf hätten sich zahlreiche Tabellen und Listen mit Alias-Namen und den jeweils verwendeten fiktiven Daten und IBAN-Nummern befunden.

Von RND/Heidi Niemann

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