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Panorama Behörden ermitteln nach Aufruf zur Lynchjustiz
Nachrichten Panorama Behörden ermitteln nach Aufruf zur Lynchjustiz
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16:09 02.04.2012
Foto: Am Wochenende hatte ein 18-Jähriger die Tötung der kleinen Lena gestanden.
Am Wochenende hatte ein 18-Jähriger die Tötung der kleinen Lena gestanden. Quelle: dpa
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Emden

Nach dem Geständnis eines jungen Mannes geht eine 40-köpfige Mordkommission für die Aufklärung des Mordes an der elfjährigen Lena jetzt mehr als 300 Hinweise durch. Auch die Ermittlungen gegen den Urheber eines Internet-Aufrufs zur Lynchjustiz dauern an. Der aus Ostfriesland stammende Mann sei aber noch nicht befragt worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Gegen den Mann werde wegen öffentlichen Aufrufens zu einer Straftat ermittelt. Er soll im Internet zu Gewalt gegen einen ersten Verdächtigen und zur Stürmung der Emder Polizeiwache aufgerufen haben.

Am Wochenende hatte ein 18-Jähriger die Tötung des Mädchens gestanden. Er sitzt wegen Mordes an dem elfjährigen Mädchen in Untersuchungshaft. Die Polizei machte bisher keine weiteren Angaben zur Todesursache oder zu einer Tatwaffe.

Ein zunächst Verdächtigter, ein inzwischen 18 Jahre alter Schüler, war am Freitag wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Zuvor hatte es Hassparolen im Internet gegen ihn gegeben. Auch war sein Name dort aufgetaucht. Nach NDR-Informationen versucht jetzt eine wachsende Zahl von Mitgliedern aus sozialen Netzwerken, sich für die Rehabilitation des falsch Beschuldigten einzusetzen.

Nach dem Internetaufruf hatten in der Nacht zum vergangenen Mittwoch bis zu 50 Menschen das Gebäude belagert. Die Polizei musste jedoch nicht eingreifen. „Die Leute haben sich aber friedlich verhalten, es gab gegen sie keine rechtliche Handhabe“, sagte Polizeisprecherin Angelika Grüter.

Die Abläufe in Emden sollen, wie bei solchen großen Fällen üblich, noch einmal untersucht werden, sagte der Sprecher des Innenministeriums in Hannover, Dirk Hallmann. Es werde geprüft, „ob es Verbesserungs- und Optimierungsbedarf“ gebe. „Solche Fälle werden immer wieder aufgearbeitet.“ Zuständig dafür sei aber nicht das Ministerium, sondern die Polizei vor Ort.

Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hatte am Sonntag der Polizei für den schnellen Ermittlungserfolg gedankt. Zugleich rügte er die Kritik des Leiters des Kriminologischen Forschungsinstitutes Christian Pfeiffer. Dieser habe mit einer falschen Ferndiagnose über das Vorgehen der Polizei den Druck auf die Mordkommission ohne Not deutlich erhöht und deren Arbeit erschwert.

dpa

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