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Panorama Auf trostlosem Athener Areal soll ein Luxuskasino gebaut werden
Nachrichten Panorama Auf trostlosem Athener Areal soll ein Luxuskasino gebaut werden
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19:54 15.10.2019
Eine Illustration des Kasinokonzerns Mohegan Gaming & Entertainment für den Kasinokomplex in Athen. Quelle: Inspire
Athen

Noch ist das Gelände des früheren Athener Flughafens Ellinikon ein trostloses Areal. Seit über 18 Jahren ist hier kein Flugzeug mehr gelandet, die verrosteten Wegweiser hängen immer noch an den Schilderbrücken. Büsche wachsen aus den Rissen in der Runway. Schon bald sollen hier Bulldozer anrollen. „Wir wollen so schnell wie möglich loslegen“, sagt Mario Kontomerkos, Vorstandschef des amerikanischen Kasinokonzerns Mohegan Gaming & Entertainment.

Kontomerkos hat viel vor in Ellinikon. Der griechische Immobilienentwickler Lamda Development will für rund 8 Milliarden Euro auf dem Ex-Flughafengelände Wohnungen, ein Einkaufs- und Kongresszentrum, Freizeit- und Sportanlagen bauen – das größte urbane Entwicklungsprojekt Europas. Herzstück des Vorhabens ist ein Kasinoresort. Es soll aus der größten Spielbank Südeuropas, dem größten Hotel des Landes, Geschäften, Restaurants, einem Showtheater und einem Sportzentrum bestehen. Mohegan ist einer von zwei Bewerbern für den Komplex.

Ellinikon galt als Symbol des politischen Stillstands und wirtschaftlichen Niedergangs

Fast zwei Jahrzehnte war das Gelände ein Symbol des politischen Stillstands und des wirtschaftlichen Niedergangs in Griechenland. Jetzt soll von hier ein Signal des Aufbruchs ausgehen. Mit 620 Hektar ist das Gelände dreimal so groß wie das Fürstentum Monaco, gelegen direkt am Meer. Mit der U-Bahn ist man in 20 Minuten im Zentrum Athens.

Nicht nur Mohegan-Chef Kontomerkos glaubt an das Projekt. Auch Jim Allen, Präsident und CEO von Hard Rock International, ist begeistert: „Wir glauben an Athen als eine der weltweit großartigsten Destinationen.“ Beide Konzerne wollen rund eine Milliarde Euro in den Kasinokomplex investieren. Mohegan plant den Bau von zwei Wolkenkratzern, deren Formen von den Karyatiden auf der Akropolis inspiriert sind. Zwischen den Hochhäusern soll ein Pooldeck schweben.

Kontrahenten haben ihre Angebote abgegeben

Am 4. Oktober gaben die Kontrahenten ihre Angebote ab. Jetzt prüft die staatliche griechische Glücksspielkommission sie. Das Mindestgebot für die Konzession beträgt 30 Millionen Euro. Außerdem verlangt der Staat vom dritten bis zum 25. Jahr der Konzession jährliche Zahlungen. Die Entscheidung, welcher Bewerber die Konzession erhält, soll im November fallen.

Mohegan und Hard Rock werden von nordamerikanischen Indianerstämmen kontrolliert. Hard Rock, bekannt durch die Cafés in über 70 Ländern, wurde 2006 vom Seminole Tribe of Florida, der Indianerethnie der Seminolen, übernommen. Mohegan Gaming gehört den Mohikanern, deren Siedlungsgebiet im heutigen Connecticut liegt. Ein Gesetz von 1988 gibt den Ureinwohnern das Recht, in ihren Territorien Kasinos zu betreiben. Das sollte das wirtschaftliche Überleben sichern. In den USA gibt es etwa 400 von Indianern betriebene Kasinos, die rund dreimal so viel Umsatz erzielen wie die Glücksspielindustrie in Las Vegas. Mohegan betreibt sein Flaggschiffkasino, das Mohegan Sun, in Connecticut. In den USA besitzt die Firma weitere sechs Kasinokomplexe. Hard Rock betreibt ein Dutzend Kasinos in Nordamerika und der Karibik.

Kasinokomplex in Athen könnte 7000 neue Arbeitsplätze schaffen

Mohegan-CEO Kontomerkos prognostiziert, dass der geplante Komplex rund 7000 neue Arbeitsplätze schaffen und die Anzahl ausländischer Touristen in Athen um 10 Prozent steigern wird. Als besonders glücksspielbegeistert gelten Besucher aus China, den arabischen Staaten und Israel. Aber auch die Griechen sind begeisterte Zocker. Sie gaben 2018 16,2 Milliarden Euro für Glücksspiele aus und, nach Schätzungen, weitere 3 Milliarden für illegale Wetten. Das entspräche rund 10 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts – und geschätzt dem Achtfachen des europäischen Durchschnitts.

Von Gerd Höhler/RND

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