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Panorama 33 Chileninnen treten in Bergwerk in Hungerstreik
Nachrichten Panorama 33 Chileninnen treten in Bergwerk in Hungerstreik
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09:57 18.11.2010
Die Frauen fordern, dass die staatlichen Hilfen auch im kommenden Jahr weiter gezahlt werden.
Die Frauen fordern, dass die staatlichen Hilfen auch im kommenden Jahr weiter gezahlt werden. Der Hungerstreik sei daher notwendig geworden. Quelle: dpa
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Aus Protest gegen das Auslaufen staatlicher Hilfsprogramme für Erdbebenopfer sind am Mittwoch 33 Frauen in einem Bergwerk im Süden von Chile in einen Hungerstreik getreten. Die Frauen verlangen, dass der Staat den Opfern des verheerenden Erdbebens vom Februar ebenso hilft wie den 33 Bergleuten, die im Oktober nach mehr als zwei Monaten unter Tage gerettet worden waren. „Wir brauchen 12.600 Arbeitsplätze für alle Gemeinden in der Region“, zitierte der Radiosender „Biobio“ Leslie Ramos, eine der streikenden Frauen.

Mit Arbeitskleidung und Bergarbeiterhelmen hatten sich die Frauen am Vortag in der stillgelegten und für Touristen offenen Kohlegrube bei der Stadt Lota etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago verschanzt. Sie hatten ebenso wie tausende andere Menschen in der Region ihre Arbeit verloren, weil staatliche Hilfsprogramme für die Opfer des Jahrhundertbebens ausgelaufen waren.

Die Frauen fordern, dass diese Hilfen auch im kommenden Jahr weiter gezahlt werden. Der Hungerstreik sei notwendig geworden, weil die Regierung auf die Forderung nicht eingegangen sei, erklärten sie. Die Regierung lehnte die Verlängerung der Hilfsprogramme ab und warf der Opposition vor, zu den Protesten angestiftet zu haben.

Aber auch der Bürgermeister der von der Naturkatastrophe besonders betroffenen Stadt Talcahuana, Gastón Saavedra, kritisierte das Ende der Hilfsprogramme. „Die durch das Beben verloren gegangenen Arbeitsplätze konnten noch nicht wieder neu geschaffen werden. Deshalb ist es gerechtfertigt, dass die Menschen protestieren, wenn sie nichts zu essen haben“, sagte er.

Das Erdbeben mit einer Stärke von 8,8 war eines der heftigsten je registrierten Beben und hatte fast 500 Menschen das Leben gekostet. An Häusern und Infrastruktur entstanden in der ohnehin armen Region Schäden in Höhe von etwa 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro). Die Arbeitslosenquote stieg in einigen Regionen auf fast 20 Prozent.

dpa