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Panorama 24 Verletzte bei Zugunglück in Berlin
Nachrichten Panorama 24 Verletzte bei Zugunglück in Berlin
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21:31 17.04.2009
Der Zugteil wurde völlig zerstört. Quelle: Theo Heimann/ddp
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Ein Regionalexpress der Linie Stralsund-Berlin mit 22 Reisenden war im Bereich des Bahnhofs Berlin-Karow auf einen Güterzug aufgefahren.

Der Triebwagen des doppelstöckigen Regionalexpresses und der erste Passagierwaggon sprangen durch die Wucht des Aufpralls aus den Gleisen und wurden stark beschädigt. Der schwer verletzte Lokführer des Zuges wurde eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Der Güterzug bestand aus 24 Kesselwaggons, die Flüssiggas geladen hatten. Alle Kessel blieben nach Angaben eines Bahnsprechers unbeschädigt, so dass kein Gefahrgut ausgetreten sei. Die Bundespolizei sowie das Eisenbahn-Bundesamt nahmen die Ermittlungen zur Unfallursache auf.

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Ein Sprecher des Bundesamtes sagte der ARD-„Tagesschau“, dass Mängel am Fahrzeug und Fehler des Lokführers nach derzeitigem Ermittlungsstand ausgeschlossen würden. Das Signal sei grün gewesen, weshalb der Lokführer davon ausgehen konnte, dass der Streckenabschnitt vor ihm frei sei. Die weiteren Untersuchungen zur Unfallursache konzentrierten sich jetzt auf die Bereiche Stellwerk- und Signaltechnik. Die Bundespolizei hingegen wollte menschliches Versagen des Lokführers noch nicht ausschließen.

Mehrere Bahnexperten bestätigten der Nachrichtenagentur ddp, dass besonders das Verhalten des Fahrdienstleiters und die Funktionstüchtigkeit des sogenannten Zugsicherungssystems Indusi untersucht würden. Bahnstrecken seien grundsätzlich in Abschnitte eingeteilt, in denen sich nur ein Zug befinden dürfe. Der in dem Bereich zuständige Fahrdienstleiter müsse einen Abschnitt freigeben, bevor der nächste Zug dort einfahren darf. Wenn er den Abschnitt gesperrt habe, sei das Indusi-Sicherungssystem geschaltet, das Züge beim Überfahren des Rot-Signals zwangsbremse. Sollte der entsprechende Gleisabschnitt freigeschaltet gewesen sein, konzentrierten sich alle Ermittlungen auf den Fahrdienstleiter.

Die Strecke von Stralsund über Angermünde nach Berlin wurde wegen des Unfalls und der Aufräumarbeiten gesperrt. Daher gab es Einschränkungen im Regionalbahnverkehr. Betroffen waren die Linien RE 3 Stralsund-Angermünde-Berlin-Elsterwerda, die IC-Linie Köln-Berlin-Stralsund sowie die Züge der Linie OE60, die nicht zwischen Lichtenberg und Bernau verkehren konnten. Die Intercitys wurden über Neubrandenburg umgeleitet.

ddp