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Fernsehen „Die Protokollantin“ – Thriller mit Berben und Kurth
Nachrichten Medien Fernsehen „Die Protokollantin“ – Thriller mit Berben und Kurth
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18:00 19.10.2018
Hauptkommissar Henry Silowski (Peter Kurth) und Protokollantin Freya Becker (Iris Berben). Quelle: Foto: Alexander Fischerkoesen/ZDF
Mainz

Es gibt Filmszenen, die verströmen zu viel Testosteron, um von einer Frau zu stammen: Jedes Blutbad der Gewaltorgie „Game of Thrones“ etwa, Mafiakriege oder Autojagden. Wenn die junge Polizeischönheit Anne den faltigen LKA-Wolf Silowski nach drei, vier Feierabendbierchen unter Kollegen bittet, noch – knister, knister – mit ihr heimzukommen, überrascht es wenig, dass dieser Tagtraum aller Lustgreise auf der Idee eines Geschlechtsgenossen beruht. Schließlich war es kein geringerer als Friedrich Ani, dem „Die Protokollantin“ zu verdanken ist.

Iris Berben spielt die vom Schicksal gezeichnete „Protokollantin

Nach seiner Begegnung mit einer Chronistin exekutiver Ermittlungen riet der Bestsellerautor seinem Freund Oliver Berben, daraus doch Fernsehen zu machen. Der Produzent aber beauftragte nicht Ani, sondern die „Tatort“-Regisseurin Nina Grosse mit dem Drehbuch des Rachefeldzugs einer Schreibtischtäterin. Und wie der Platzhirsch Silowski das Angebot des Frischlings Anne abblitzen lässt, hat auch mit Grosses Gespür fürs moderne Maß emanzipierter Andeutungserotik zu tun. Obwohl: noch mehr hat es eigentlich mit Peter Kurth zu tun, der dieser fremdschamanfälligen Sequenz unfassbar viel Würde verleiht.

Bis Kurth in der zweiten Episode des Fünfteilers auftaucht, spielt Oliver Berbens Mutter Iris die Hauptrolle. Vom Schicksal gezeichnet, sitzt Freya Becker elf Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter Marie beim Berliner LKA und schreibt offenbar teilnahmslos Vernehmungen mit. Zum Einstieg die von Sascha Alexander Geršak als Mann, der seine Ehefrau totgeprügelt hat. Becker führt ein ein passives Leben in freiwilliger Einsamkeit in ihrer biedermeierbeigen Wohnung – bis sie der Freispruch für einen ersichtlich schuldigen Mörder zur Selbstjustiz animiert.

Ein Thriller, der trotz leiser Tonlage niemals öde wird

Ihr neuer Chef Silowski verbindet den Tod des ermordeten Mörders mit anderen Fällen unaufgeklärter Kindstötungen, zu denen auch Marie zählt. Im Zentrum der Ermittlungen gegen die eigene Tat, gerät Freya somit zügig ins Fadenkreuz, wo sich auch ihr Bruder (Moritz Bleibtreu) und der mögliche Mörder Maries (Mišel Maticevic einfinden. Es folgt ein hochkomplexes, dramaturgisch dichtes Katz- und Mausspiel.

Eins, das trotz der leisen Tonlage nie öde wird. Da Iris Berbens Trübsal indes arg überinszeniert wirkt und die Atmosphäre – helles Licht, liebes ZDF, ist weder in Kellerarchiven noch Singlehaushalten illegal – häufig zu trist, bedürfen die fünf Stunden Sendezeit allerdings eines Kristallisationspunktes.

Wann immer Peter Kurth auftritt füllt der 61-jährige Mecklenburger durch pure Anwesenheit die Szenerie. Wenn er die kollegiale, nie kumpelhafte Begrüßung seines Kollegiums kurz mit „gut“ beendet und lächelnd fordert, „wie ich alles zu geben und noch ein wenig drauf“, bietet Peter Kurth in Sekundenschnelle alles, was seine Figuren seit dem Durchbruch als sterbenskranker Box-Veteran „Herbert“ vor drei Jahren auszeichnet: Fragilität, Courage, Empathie, Bodenhaftung, Humor, Durchsetzungskraft, Charme und Chuzpe in einer Person, ja oft in einer Sekunde.

Peter Kurth gelingt nach „Babylon Berlin“ wieder eine komplexe Figur

Damit hat er zuletzt den Sittenbullen Wolter in „Babylon Berlin“ zum wohl komplexesten TV-Charakter deutscher Serienprovenienz gemacht. Und weil das auch in „Die Protokollantin“ so hingebungsvoll authentisch gelingt, glaubt man ihm sogar die Avancen einer hippen Mittdreißigerin. Vor allem aber: dass er sie ablehnt.

Von Jan Freitag / RND

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