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19:59 21.08.2011
Von Hannah Suppa
Serientod durch Unfall bei GZSZ: Philip (Jörn Schlönvoigt) überfährt Verena (Susan Sideropoulos). Quelle: RTL

Verena Koch stirbt den Serientod in Folge 4803. „Verena, Verena, hörst du mich?“, fragt Philip (Jörn Schlönvoigt) und versucht Verena (Susan Sideropoulos) wiederzubeleben. Er hat sie überfahren, auf einer Landstraße irgendwo in Brandenburg. Und das auch noch mit dem Wagen ihres Ehemannes Leon Moreno (Daniel Fehlow). Nun hockt Medizinstudent Philip neben der Verunglückten und versucht, sie zu retten. Es gelingt ihm nicht. Und das ist auch so gewollt. Verena-Darstellerin Sideropoulos hat ihren Job bei der TV-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) gekündigt, sie erwartet ihr zweites Kind und will sich künftig ihrer Familie widmen und nie mehr in die Welt der Soap zurückkehren. Also blieb nur der harte Schnitt: Serientod.

Fast 20 Jahre flimmert GZSZ bereits erfolgreich über den Bildschirm, in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ist die Serie mit fast zwei Millionen Zuschauern täglich die meistgesehene Sendung. In so vielen Sendejahren bleibt es nicht aus, dass Seriendarsteller kommen und gehen. Der Einstieg ist einfach, doch der Abgang – soll er denn einigermaßen plausibel sein – ist da schon komplizierter. Weiche Abgänge hat es bei GZSZ in den vergangenen Jahren einige gegeben: Wegzug in eine andere Stadt, Auswandern nach Kanada oder China, ein Segeltörn um die Welt oder ein Gefängnisaufenthalt. Da müssen die Serienfiguren nur auf dem Bildschirm einmal kurz „Tschüss“ sagen, und die Handlung kann weitergehen. Auch kann der Schauspieler zurückkehren, wenn die neuen Projekte doch nicht so laufen wie geplant.

Schwierig wird es, wenn der Ausstieg unwiderruflich sein soll: Dann ist die Serienfamilie gezwungen, im Kollektiv traurig zu sein. Doch wie viel Trauer kann man dem Zuschauer zumuten? Niemand will in einer Unterhaltungsserie nur noch mit dem Tod konfrontiert werden – Soaps sollen zwar das Leben abbilden, aber bitte nicht zu viele seiner schrecklichen Seiten. Aber die anderen Charaktere nach einem dramatischen Unfall oder gar Mord fröhlich weiter Latte macchiato trinken zu lassen, ist dann doch zu realitätsfern. In wöchentlichen Serien sind meist drei Folgen vonnöten, bis sich die Trauer gelegt hat – das sind drei Wochen in Echtzeit für den Zuschauer. Bei Daily-Soaps müssen da schon mindestens zwei Wochen, also zehn Folgen, vergehen: In dieser Zeit liegt die Handlung brach.

Dafür werden die Tode umso spektakulärer inszeniert. Eine Auswahl: Immer eine plausible Lösung ist der plötzliche Unfalltod – wie für Verena Koch herbeigeschrieben. Auch Gräfin Cecile de Maron (Yvonne Burbach) stirbt bei „Verbotene Liebe“ (ARD), nachdem sie von einem Lastwagen überfahren wird, in den Armen ihres Mannes. Auch beliebt sind die Varianten Serientod durch Explosion, Feuer oder Flugzeugabsturz. So gesehen bei GZSZ: In Folge 4000 stirbt Franzi bei einem Feuer im Serienlokal „Moccas“, eine Explosion in der Kneipe „Daniels“ eliminierte in Folge 2502 die Seriencharaktere Sonja Wiebe und Kai Scholl. Hannes Bachmann und Senta Lemke sterben den Serientod bei einem Flugzeugabsturz. An Dramatik kaum zu überbieten ist indessen die Variante „Tod bei Hochzeit“: Bei „Alles, was zählt“ (RTL) bricht Julian Herzog (Thorsten Grasshoff) wegen einer Gehirnblutung direkt während der Trauung vor seiner Braut zusammen. Benny Beimer (Christian Kahrmann) aus der „Lindenstraße“ (ARD) verunglückt auf dem Weg zur Hochzeit seiner Mutter. GZSZ-Serienfigur Deniz Ergün steht gerade mit Sandra vor dem Traualtar, als sein Bruder ihn angreift und Deniz bei der Schlägerei aus dem Fenster fällt.

Wenn gleich mehrere Darsteller aussteigen wollen, erfinden die Drehbuchschreiber auch schon mal einen Serienmord: Bei GZSZ konnten gleich fünf Schauspieler neue Projekte angehen, nachdem der Strumpf­hosenmörder 1993 ihre Serienfiguren getötet hatte. Doch nicht immer wollen die Produzenten Tod auch Tod sein lassen: Bobby Ewing (Patrick Duffy) aus „Dallas“ starb den Serienunfalltod. 1985 schied Duffy aus „Dallas“ aus, die Drehbuchautoren ließen Bobby begraben. Doch die Zuschauer wollten das nicht akzeptieren: Die Quoten sanken, und Patrick Duffys Karriere lief auch nicht mehr so gut. Larry Hagman holte seinen Kollegen zurück. Kurzerhand wurde der Tod dramaturgisch als Traumsequenz erklärt: Bobbys Sterben und alle seither eingetretenen Ereignisse seien nur Einbildung seiner Ehefrau Pamela gewesen. Und alle Folgen ohne Duffy werden so rückwirkend zum Traumgeschehen erklärt. Immerhin: Die Quoten hat dieser realitätsferne Zug kurzzeitig gerettet.

Auch in der US-Serie „Reich und Schön“ gibt es eine Auferstehung. Zwar stirbt Dr. Taylor Haze nach einer Operation, doch nach Jahren stellt sich heraus: Sie ist gar nicht tot, begraben wurde eine andere. Haze musste, auch wenn es kaum zu erklären war, eine Weile untertauchen. Manchmal hat das Fernsehen eben doch nur wenig mit der Wirklichkeit gemein.

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