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Medien & TV „Wetten, dass...?“-Premiere mit Michelle Hunziker
Nachrichten Medien & TV „Wetten, dass...?“-Premiere mit Michelle Hunziker
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16:09 04.10.2009
Thomas Gottschalk stellt Michelle Hunziker eine Dose auf den Kopf, die von einem Armbrustschützen heruntergeschossen werden soll. Die Dose explodierte durch einen Trick ferngesteuert.
Thomas Gottschalk stellt Michelle Hunziker eine Dose auf den Kopf, die von einem Armbrustschützen heruntergeschossen werden soll. Die Dose explodierte durch einen Trick ferngesteuert. Quelle: ddp
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Der Ausgang dieser Wette schien symbolisch zu sein für die gesamte Sendung. In Freiburg präsentierte Gottschalk am Samstag seine erste „Wetten, dass..?“-Ausgabe nach der Sommerpause - mit geändertem Konzept und einer schönen Co-Moderatorin. Die Erwartungen an das neue Dream-Team des ZDF waren groß. Spätestens nach der dreistündigen Show dürfte aber nicht nur Michelle Hunziker klargeworden sein, dass Gottschalk nach wie vor der Chef im Ring ist.

Seine Partnerin war nicht mehr als schmückendes Beiwerk in einer unterhaltsamen Show mit hochkarätigen Showacts wie Tokio Hotel und Whitney Houston, interessanten Talkgästen und ekeligen Speichelfäden- und Fußgeruch-Wetten. Mit ihrem weißen Minikleid, Glitzer-Highheels und ihrer blonden Mähne war die 32-Jährige rein optisch eine echte Bereicherung für die immer noch erfolgreichste Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen.

Gottschalk ließ seiner hoch motivierten Michelle aber nur wenig Chancen, ihr Talent als Moderatorin unter Beweis zu stellen. Seine Juniorpartnerin präsentierte die Wetten, wirkte dabei aber eher blass und zurückhaltend. Nach der Außenwette an einem Freiburger Baggersee glänzte Hunziker sogar durch komplette Abwesenheit, so dass Platzhirsch Gottschalk die nachfolgende Wette in gewohnter Manier allein vorstellen musste.

Fast wie in besten „Wetten, dass..?“-Zeiten saßen am Samstag 11,29 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher. Sie erlebten unter anderem, wie ein Hüne in zwei Minuten hundert volle Flaschen umpustete, Schnüffelnase Thomas Schuster Frauen nur am Schweißgeruch in ihren Gummistiefeln erkannte, ein Isländer mit seinem Mondfahrzeug in einem See versank und ein junger Kandidat mit einem Speichelfaden Briefmarken „sammelte“. Am meisten beeindruckt war das Millionenpublikum von einem muskulösen Schweizer, der mit seinem hundert Jahre alten Fahrrad schneller fuhr als Radprofi Jens Voigt, und dafür zum Wettkönig gekürt wurde. Zur Belohnung durfte er mit einem nagelneuen Auto nach Hause fahren.

Nicht nur der Autohersteller, auch Gottschalks Talk-Gäste nutzten auch diesmal wieder die Chance, in eigener Sache zu werben. Veronica Ferres pries ihren neuen Film „Unter Bauern“ an und hatte Marga Spiegel mit zur Show gebracht - eine beeindruckende Dame von 97 Jahren, deren Erfahrungen als Jüdin in Nazideutschland mit Ferres in der Hauptrolle verfilmt wurden.

Im Gegensatz zu TV-Lästermaul Oliver Pocher, der seine künftige Vaterrolle derzeit überall wenig originell vermarktet, mischte Michael „Bully“ Herbig die Runde mit seinen witzigen Sprüchen auf. Bundeswirtschaftsminister und Techno-Fan Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte mit seiner attraktiven Frau Stephanie auf Gottschalks Talk-Sofa Platz genommen. Er bewies, dass sich Glamour, Lockerheit und Humor im trockenen Politikgeschäft nicht unbedingt ausschließen müssen.

Mit mehr als 45-minütiger Verspätung verabschiedete Gottschalk am Samstag seine Gäste und ließ Hunziker dabei kaum zu Wort kommen. Für sie dürfte es noch ein langer Weg werden, als attraktive Wett-Präsentatorin aus Gottschalks Schatten herauszutreten.

ddp