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Medien & TV Neue Sat.1-Kochshow: Jetzt treten die Spitzenköche gegeneinander an
Nachrichten Medien & TV Neue Sat.1-Kochshow: Jetzt treten die Spitzenköche gegeneinander an
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07:51 07.05.2019
Tischlein, deck dich: Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann nimmt in der neuen Kochshow „Top Chef“ den Spitzenkochnachwuchs unter die Lupe. Quelle: Foto: Frank Zauritz/Sat.1
Berlin

Kochsendungen sind fast so alt wie das Fernsehen selbst. 1937 flimmerte die erste Show bei der BBC über den Bildschirm. 16 Jahre später startete der Schauspieler Clemens Wilmenrod als TV-Koch in Deutschland durch. Unzählige Köche hat es seitdem in die Studioküchen der Republik gezogen. Unzählige Formate haben Sender seitdem entwickelt oder eingekauft. Das neueste startet diesen Mittwoch um 20.15 Uhr auf Sat.1. Ausgerechnet mit Eckart Witzigmann. Doch der Jahrhundertkoch, der in den Siebzigerjahren die französische Nouvelle Cuisine in Deutschland etablierte, will sich nicht in die Reihe seiner Sprüche klopfenden TV-Kochkollegen einreihen. Witzigmann hat andere Gründe für sein Kochshowdebüt. Mit „Top Chef“ bedient er dennoch einen seit 66 Jahren währenden Trend im deutschen TV.

Witzigmann: „Einblick in die Welt der Topgastronomie geben“

Deutschland kocht über“, sagt Witzigmann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Warum? Ist das Betrachten von über dampfende Töpfe gebeugten Menschen mit Schweißperlen auf der Stirn etwa persönliche Wiedergutmachung für die eigene Küchenabstinenz? Der Ernährungsreport 2019 zeigte jüngst auf: Nur 37 Prozent der rund 1000 befragten Deutschen kochen noch mehrmals die Woche. Fast jedem Zweiten ist eine schnelle und einfache Zubereitung wichtig. Formate wie „Einfach und köstlich“ mit TV-Koch Björn Freitag oder auch „Gewusst wie: Rachs 5-Euro-Küche“ schlagen nur zu gern in diese Kerbe.

Eckart Witzigmann macht das nicht. „Die Mutter aller Köche“, wie ihn seine Schüler nennen, hat genug Rezeptbücher geschrieben, um eine ganze Generation vor dem Kochtod zu bewahren. Er selbst besitzt laut eigener Aussage übrigens mehr als 7000 Titel. Witzigmann will den Zuschauern mit „Top Chef“ vielmehr einen „Einblick in die Welt der Topgastronomie geben“. Zwölf Profiköche mit insgesamt vier Michelin-Sternen treten in seiner Show an und müssen ihr Können dem 77-Jährigen und seinen Jurorenkollegen – das sind der Zweisternekoch Peter Maria Schnurr und die Foodkritikerin Alexandra Kilian – unter Beweis stellen. Wettkampf und Show – das zieht schon seit Ende der Neunzigerjahre.

Anderen beim Scheitern, Schaffen und Schuften zuzusehen

Das Vox-Format „Kochduell“ war 1997 die erste Sendung, die auch Laien gegen Profis antreten ließ. Es folgten unter anderem 2005 das „Perfekte Dinner“ und jüngst die Neuauflage von Steffen Hensslers „Grill den Henssler“. Den Zuschauern gefällt es. Anderen beim Scheitern, Schaffen und Schuften zuzusehen, das ist ein schmackhafter Mix aus Unterhaltung und Information, wie ihn auch die Sender mögen. Hier lässt sich hervorragend Werbung platzieren, die ein breit gefächertes Publikum erreicht. Auch die Köche haben sich unlängst zur eigenen Marke ausgebaut. Platzhirsch ist hier sicherlich Alfons Schuhbeck. Sein Name steht sogar auf einem Sexgewürz.

Für den Zuschauer aber zählt die Lebensnähe der Shows. Der früher eher autoritäre Schürzenträger hat sich zum locker daherkommenden Sympathieträger gewandelt. Ein Kumpeltyp. Einer, der auch mal mit Kraftausdrücken um sich wirft. So wie die „Hamburger Schnauze“ Tim Mälzer in „Kitchen Impossible“. „Das ist authentisch, das merkt der Zuschauer“, sagt auch Henssler. In der heutigen, nach Perfektion schreienden Multitaskingwelt ist so ein Ausbruch fast eine Erlösung für das Publikum.

Witzigmann: „Diesen Tag werde ich nie vergessen“

Das weiß auch Eckart Witzigmann, wenn er von seinem schlimmsten Küchenerlebnis erzählt. Am ersten Tag seiner Ausbildung sollte er eine Brühe kochen. „Ich dachte, das Fleisch sei das Wichtigste und goss die Brühe weg“, sagt Witzigmann. „Diesen Tag werde ich nie vergessen.“

Bei „Top Chef“ wird so ein Fauxpas wohl nicht passieren. An den Töpfen steht immerhin der Spitzenkoch-Nachwuchs. Diesen will Witzigmann mit der Show unterstützen – der Gewinner erhält unter anderem 50 000 Euro. „Das Nachwuchsproblem in der Gastronomie ist akut“, sagt er. „Die Arbeitszeiten sind beziehungsfeindlich, die Bezahlung teilweise nicht attraktiv.“ Der Beruf könne aber dennoch sehr viel Freude bereiten.

Auch diese zwei Seiten der Gastronomie will „Top Chef“ aufzeigen. Der Star der Küche aber bleibt das Produkt, sagt Witzigmann, der den Hype um Kochshows so erklärt: „Gesundes Essen interessiert immer mehr Menschen – aber: Vor dem Essen steht das Kochen, und dieser Tatsache tragen alle TV-Formate Rechnung.“

Von Amina Linke / RND

Der Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann gibt mit der neuen Sat.1-Sendung „Top Chef“ sein Kochshowdebüt. Kochformate liegen seit nunmehr 66 Jahren im TV-Trend. Warum eigentlich?

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