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Medien & TV „Saat des Terrors“: Ein Politthriller zwischen den Fronten
Nachrichten Medien & TV „Saat des Terrors“: Ein Politthriller zwischen den Fronten
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09:02 21.11.2018
Versucht, das Richtige zu tun: Als BND-Agentin Jana Wagner fängt die International-Emmy-Preisträgerin Christiane Paul im ARD-Film „Saat des Terrors“ an, ihrem Umfeld zu misstrauen. Quelle: Foto: SWR
Berlin

Das Ziel ist Einflussnahme, aber das Ergebnis ist ein Monster, das sich gegen seinen Schöpfer wendet: Wenn Geheimdienste aktiv eingreifen, werden sie die Geister, die sie riefen, meist nicht mehr los. So hatte die CIA Mitte der Achtzigerjahre maßgeblichen Anteil an der Gründung von Al-Kaida, deren Mitglieder damals in Afghanistan gegen die Sowjets kämpften.

Von dieser Saat des internationalen Terrorismus erzählt Daniel Harrich in seinem aufwendigen und äußerst komplexen Politthriller. Die Handlung spielt aber zu heutigen Zeiten. Hauptfigur ist Jana Wagner (Christiane Paul), eine in Pakistan stationierte Agentin des Bundesnachrichtendienstes (BND), die zwischen die Fronten gerät, weil sie die Arbeit nicht länger mit ihrem Gewissen vereinbaren kann.

Harrich, der das Drehbuch gemeinsam mit dem Journalisten Gert Heidenreich geschrieben hat, startet mit einem spektakulären Knalleffekt: Bei einem Treffen mit CIA-Agenten in einem Hotel in Islamabad berichtet Jana gerade von einer bevorstehenden Anschlagserie, als eine Bombe explodiert.

„Saat des Terrors“: Eine hochkarätige Besetzung

Dann springt der Film drei Wochen zurück: Jana erfährt, dass der Amerikaner James Logan Davis (Crispin Glover), ein wichtiger Informant des BND, nicht nur auf der Lohnliste der CIA steht, sondern Anschläge auf touristische Ziele planen soll. Jana geht dem nach, doch ihr Vorgesetzter (Axel Milberg) pfeift sie zurück.

Daniel Harrich ist einer der wenigen deutschen Regisseure, die sich in ihren Arbeiten ständig mit hochbrisanten Themen befassen. Dabei gelingt es ihm, komplizierte Zusammenhänge verständlich zu erzählen, ohne sie zu vereinfachen.

Wie gut der Ruf des Regisseurs ist, zeigt sich an der hochkarätigen Besetzung. Heiner Lauterbach ist seit Harrichs fesselndem Kammerspieldebüt „Ein schmaler Grat“ (2012) immer dabei. Hier spielt er Janas Bodyguard: Sicherheitsmann Nicholas Krüger ist der Einzige, dem die Agentin vertrauen kann. Mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Szene verdeutlicht der Regisseur die fundamentale Verunsicherung seiner Heldin, als sie selbst dem treuen Nicholas zutraut, Informationen weitergegeben zu haben. Momente dieser Art sorgen dafür, dass „Saat des Terrors“ auch emotional funktioniert, was angesichts des Faktenreichtums und der Unübersichtlichkeit der Verhältnisse nicht unwichtig ist.

Der Chef des pakistanischen Geheimdienstes hat eine Vorliebe für Lübecker Marzipan

Mit der Bildgestaltung setzen der Regisseur und sein renommierter Kameramann Gernot Roll, weitere Akzente. Aufnahmen aus der vertikalen Vogelperspektive geben dem Film einen Kino-Look, Licht und Farbgebung schaffen gemeinsam mit der Musik (Ian Honeyman) eine orientalische Atmosphäre; diverse Spiegelbilder deuten das doppelte Spiel an, das viele der Beteiligten treiben.

Das gilt vor allem für den Chef des pakistanischen Geheimdienstes: Oberst Baqri zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Vorliebe für Lübecker Marzipan aus und ist dank Schauspieler Navid Negahban eine der faszinierendsten Figuren des Films. Der gebürtige Iraner hat eine Weile in Deutschland gelebt, bevor er nach Hollywood ging und dort als Darsteller des Terroristen Abu Nazir aus der US-Serie „Homeland“ Furore machte.

Im Anschluss an „Saat des Terrors“ zeigt das Erste die Dokumentation „Spur des Terrors“. Harrich präsentiert hier die Ergebnisse seiner Recherchen zu dem Spielfilm und beschreibt, welche Verantwortung CIA und Co. am Aufbau jener pakistanischen Terrorzellen haben, die später auch in Europa aktiv geworden sind. Die Realität, sagt er, „ist viel schockierender, als eine fiktionale Adaption je sein kann“.

Von Tilmann P. Gangloff

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