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Medien & TV „Quizduell“ weiter mit Problemen
Nachrichten Medien & TV „Quizduell“ weiter mit Problemen
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22:54 13.05.2014
Jörg Pilawa startet am Dienstag den zweiten Versuch zum "Quizduell".
Jörg Pilawa startete am Dienstag den zweiten Versuch zum "Quizduell". Quelle: dpa
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Berlin

Der erste Versuch, eine App ins Fernsehen zu holen, ging komplett in die Hose.“ Mit diesem Satz gestand Moderator Jörg Pilawa am Montagabend selbst ein, dass die Premiere der groß angekündigten Ratesendung „Quizduell“ im Ersten zum peinlichen Totalausfall geworden war. Die Technik hatte versagt – und bis Dienstagmittag wusste bei der ARD noch keiner so richtig, ob und wie es weitergehen würde: Pilawa noch einmal vor die Kamera schicken? „Verbotene Liebe“ wieder zurück ins Programm holen? „Ich spreche ungerne im Konjunktiv“, sagte dazu ein Sprecher der Sendergruppe.

„Quizduell“ im Ersten sollte ein Experiment werden – etwas, was es so noch nie im deutschen Fernsehen gegeben hatte: die Verbindung von Internet und TV, mit Zuschauern, die sich interaktiv mit ihrem Smartphone oder Tablet vom Sofa aus ins Studio schalten können. Damit das funktioniert, arbeitet im Hintergrund ein Technikteam, „das sich um die hochkomplexe Kommunikation zwischen App-Programmierung, Spieletechnik und Regie kümmert“, erklärte am Dienstag eine Sprecherin der Produktionsfirma ITV. Das Ganze basiert auf einer der beliebtesten Spiele-Apps überhaupt („Quizduell“) mit derzeit 16,7 Millionen registrierten Nutzern allein in Deutschland. Am Ende sah man einen hilflosen Moderator, der mit Handmikrofon bewaffnet seine Gäste abfragte. Analoger kann eine Sendung kaum ausfallen. Zwischendurch versagten sogar die Abstimmungsgeräte im Publikum, und Pilawa platzte der Kragen: „Wenn du einen Hintern in der Hose hast“, richtet er sich direkt an den Verursacher dieses Desasters, „dann melde dich! Ich lade dich in die Sendung ein.“

Die Fehlerquelle jedoch, die zum Ausfall von 15 000 Servern geführt hatte, war auch bis Dienstagabend noch nicht gefunden, die Zukunft der Show, die für die kommenden drei Wochen um 17.55 Uhr laufen sollte, zunächst ungewiss. Als ob das alles noch nicht genug wäre, wurde am Nachmittag auch noch bekannt, dass es neben der Technikpanne auch noch ein Datenleck gab, durch das Klarnamen und Wohnorte von rund 50 000 Nutzern abzugreifen waren.

Am Abend gab der Sender Pilawa dennoch eine zweite Chance. Allerdings fand auch die zweite Ausgabe aus Sicherheitsgründen „mit gezogenem Stecker“ statt. Frank Beckmann, Koordinator des gefürchteten ARD-Vorabendprogrammplatzes, auf dem einst Thomas Gottschalk untergegangen war, hatte zuvor erklärt: „Zur Premiere hatten wir einige Pannen, vor allem aber haben wir eine unterhaltsame Quizshow mit einem hervorragenden Moderator gesehen. Das Risiko war hoch, das war allen Beteiligten klar. Die Idee des ,Quizduells‘ bleibt aber gut – wir bleiben dran.“

1,61 Millionen Zuschauer (Marktanteil 9,1 Prozent) hatten am Montagabend verfolgt, wie Pilawa kurz nach 18 Uhr einräumte: „Wir wurden gehackt.“ Die 187 000 registrierten Nutzer für die TV-Show „Quizduell“ konnten nicht wie geplant mitspielen, und Pilawa musste auf das Studiopublikum ausweichen, das quasi als Ersatz für das „Team Deutschland“ gegen vier Kandidaten, ein Lehrerteam, antrat.

Von Nora Lysk

13.05.2014
13.05.2014