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Medien & TV Oliver Mommsen über seinen Tod im „Tatort“: „Ich weinte, als ich mich sterben sah“
Nachrichten Medien & TV Oliver Mommsen über seinen Tod im „Tatort“: „Ich weinte, als ich mich sterben sah“
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22:00 22.04.2019
Kommissar am Boden: Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) in einem ziemlich traurigen „Tatort“. Quelle: Christine Schroeder
Bremen

Kommissare im „Tatort“ ermitteln für gewöhnlich, was das Zeug hält, kriegen dabei gelegentlich auch mal was ab, stehen aber meist wieder auf. Manchmal aber bleiben sie auf der Strecke. Zuschauer des jüngsten Bremer „Tatort“-Krimis mussten am Ostermontagabend ihre innere Krimflagge auf Halbmast setzen. Nach 18 Jahren im Dienst starb die Figur des Kommissars Stedefreund – im edlen Bemühen, seine Kollegin Inga Lürsen zu retten. RND-Redakteur Thomas Kielhorn sprach mit dem Stedefreund-Darsteller Oliver Mommsen.

Wessen Entscheidung war es, dass Ihr Kommissar Stedefreund stirbt?

Die Entscheidung hat Regisseur Florian Baxmeyer getroffen, der das Buch zusammen mit Michael Comtesse geschrieben hat. Wenn man die Chance hat, den letzten Fall für ein Team zu schreiben, das ganz gut angekommen ist, dann greift man natürlich noch mal in die Vollen. Mir war klar, dass irgendwas in dieser Art passieren könnte. Als ich das Drehbuch gelesen habe, fand ich es genau richtig. Wenn mich in der Vergangenheit jemand gefragt hat, wie ich gerne abtreten würde, habe ich immer flapsig geantwortet: Ich möchte am Liebsten in den Armen einer knackigen Blondine sterben. Meine Wünsche wurden erhört. (lacht)

Sie sind bereits der zweite Bremer „Tatort“-Kommissar, der gewaltsam ums Leben kommt …

Es war sowieso immer schon klar, das ist nicht gesund ist, sich mit Bremer Ermittlern zu verbinden – in welcher Form auch immer. Auch Stedefreunds Ex-Freundin wurde irgendwann mal tot aufgefunden. Antoine Monot Jr., der die große Liebe von Sabine Postel gespielt hat, wurde niedergestochen. Das ist ein wahnsinnig gefährlicher Beruf und nicht unbedingt beziehungstauglich. Wer bei der Mordkommission der Bremer Polizei anfängt, sollte sich das lieber zweimal überlegen …

Wie emotional war der Dreh der Abschiedsszene für Sie?

Diese Szene ist nicht am Ende der Dreharbeiten entstanden, sondern genau mittendrin. Man sieht ja das riesige Aufgebot von SEK, Polizisten und Gangstern. Mir wurden die berühmten kleinen Sprengsätze unter das Hemd montiert, wo Blutplättchen drauf sind, die dann gezündet werden. Solche Szenen kann man nicht oft drehen. Das sind zwei oder drei Wiederholungen und dann muss die Szene im Kasten sein. Sterben spielen macht Spaß. So pervers das jetzt vielleicht klingt. Sabine ist voll in die Emotionalität eingestiegen. Wir hatten noch viel mehr Material und hätten Stedefreund minutenlang sterben lassen können. Aber jetzt sind am Ende noch mal alle Kollegen zu sehen, wie sie heulen müssen. An dem Drehtag war ich leider nicht dabei beziehungsweise nur als Asche. Beim Abschiedsfest nach Drehende wurde bereits ein Ausschnitt aus dem „Tatort“ gezeigt. Dann stand ich da und weinte, als ich mich sterben sah. So ein Moment ist echt schräg. Aber das ist ja das Tolle an unserem Beruf. Zwischen Fiktion und Realität gibt es so komische Querverbindungen.

Und am nächsten Tag nach Ihrem Filmtod standen Sie wieder quicklebendig am Set …

Aber das war nicht so ungewöhnlich. Wir hatten das beim Dreh oft so, dass wir in der Mittagspause mit Leichen gegessen haben. Ich erinnere mich gerne daran, wie uns gegenüber ein Kollege mit Kopfschussverletzung sitzt und fragt, ob er mal den Ketchup haben kann. Das ist der große Vorteil eines „Tatort“-Kommissars im Vergleich zu einem echten Kommissar: Unsere Toten stehen nach dem Sterben wieder auf. (lacht)

Werden Sie ihren letzten „Tatort“ am Ostermontag noch mal schauen?

Auf gar keinen Fall. Ich habe den jetzt schon einige Male gesehen, und wir hatten am 6. April noch eine Riesen-Previewfeier. Da wurden wir noch mal gebührend verabschiedet. Ich werde Montagabend eher auf mein Handy gucken und bin auf das Feedback der Leute gespannt.

Normalerweise ist Ostern ja das Fest der Auferstehung…

(lacht) Nachdem ich jetzt gestorben bin, könnte ich höchstens noch wie Bobby Ewing in „Dallas“ in der Dusche auftauchen. Aber dazu wären weder Radio Bremen noch ich bereit. Dafür nehmen wir unsere Zuschauer auch viel zu ernst. Außerdem habe ich Polizeirollen für mich erst mal ad acta gelegt. Da müsste schon jemand mit einem sehr brüchigen Charakter um die Ecke kommen, dass ich mich vielleicht vom Gegenteil überzeugen lasse..

Was ist denn mit Stedefreunds grüner Lederjacke passiert, die Sie in den letzten Jahren immer getragen haben? Haben Sie die mitgenommen?

Nein, ich habe ein paar Hemden stibitzt, aber das weiß keiner. Ansonsten halten wir die Lederjacke noch etwas zurück und versteigern Sie vielleicht mal für einen guten Zweck. Es gibt übrigens eine Jacke mit Schusslöchern und eine ohne. Man könnte sich dann also aussuchen, welche man tragen möchte. Bei den Dreharbeiten war es teilweise so, dass man sich ein Jahr lang nicht gesehen hat. Dann habe ich die Jacke übergezogen und Stedefreund war wieder da. Am letzten Drehtag habe ich die Jacke an die Außentür meines Wohnmobils gehängt …

Von Thomas Kielhorn/RND

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