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Nachrichten Medien & TV Neuer „Lucky Luke“-Comic: Der Cowboy gibt Kette
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07:04 03.05.2019
Bei ihm muss sich der Cowboy abstrampeln: Der Berliner Mawil hat Lucky Luke gezeichnet. Quelle: Fotos: Dpa, Egmont Verlag
Hannover

So schnell ist man also abgeschrieben: Da bekommt Lucky Luke am nächtlichen Lagerfeuer noch einen rettenden Hinweis seines treuen Begleiters Jolly Jumper, der ihm das Leben rettet. Doch schon kurze Zeit später scheint der einsame Cowboy, der seit 1946 durch die Comicprärie reitet, sein weißes Pferd vergessen zu haben. Stattdessen fährt er auf einem Fahrrad durch den Wilden Westen.

Wie bitte, Lucky Luke auf einem Fahrrad? Wem sind da denn die Gäule durchgegangen? Der neue „Lucky Luke“, der jetzt in der sogenannten Hommagereihe erschienen ist – in der nicht der reguläre Zeichner Achdé, sondern Gastautoren ein Heft gestalten –, ist etwas Besonderes: Das erste Mal kommen Text und Zeichnungen von einem Deutschen. Der Berliner Mawil, bekannt durch Comics wie „Kinderland“, „Wir können ja Freunde bleiben“ und seinen Supa-Hasi, musste nicht mal seinen Hut in den Ring werfen.

Zeichner Mawil wurde für „Lucky Luke“-Band extra angefragt

„Der Verlag Egmont, in dem ,Lucky Luke‘ erscheint, ist auf mich zugekommen“, erzählt er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Man möchte ja meinen, dass ein Zeichner in einem solchen Moment schneller Ja sagt als sein Schatten. Doch Mawil, der mit bürgerlichem Namen Markus Witzel heißt und 1976 in Ost-Berlin geboren wurde, hat anfangs noch ein klein wenig gezögert. „Schließlich habe ich mir bislang die Figuren in meinen Comics immer selbst ausgedacht und nichts Vorgegebenes gezeichnet. Aber es ist natürlich eine große Ehre, und deshalb habe ich dann auch zugesagt.“

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Zum Glück für den alten Cowboy, kann man nur sagen. Denn in dem Band „Lucky Luke sattelt um“ (Egmont, 64 Seiten, 8 bzw. 15 Euro) erzählt Mawil eine frische, lustige, abwechslungsreiche Geschichte. Die Fahrradhändler Albert Overman und Albert Pope wollen beide ihre fahrenden Waren – der eine Hochräder, der andere ein modernes Zweirad, wie wir es heute kennen – an den Mann bringen. Am besten geht das bei einem Fahrradrennen in San Francisco. Doch Pope will mithilfe der beiden Banditen Smith und Wesson verhindern, dass Overman und sein Fahrrad an der Westküste ankommen. Doch der ist es sowieso erst mal los. Nach einem Anschlag auf einen Zug steht plötzlich Lucky Luke mit diesem komischen Eisengestell auf Rädern allein in der Gegend herum. Und fängt zunächst an, das Rad zu verstehen, und dann, Richtung Westen zu radeln.

Jolly Jumper wird zur Randfigur degradiert

Es wird eine Tour d’Amérique mit Hindernissen: Denn nicht nur die kleine böse Smith und der lange dumme Wesson, sondern auch Cowboys und Indianer wollen den Mann mit der schwarzen Haartolle aufhalten. Smith und Wesson erinnern zwar an die Daltons, doch die klassischen Feinde des Cowboys fehlen in diesem „Lucky Luke“ genauso wie Rantanplan. Er habe zwar überlegt, beide in die Geschichte mit einzubauen, sagt Mawil. „Aber das sind beides Figuren, die so großartig sind, dass sie die Geschichte zu stark dominiert hätten.“ Und Lukes treuem Pferd Jolly Jumper bleibt in diesem Abenteuer nicht mehr, als Teil der, nun ja, Rahmenhandlung zu sein.

Der 42-jährige Zeichner hat den großen Helden des Wilden Westens ein wenig anfälliger als üblich konzipiert. Das passt zu den üblichen Helden aus dem Mawil-Universum, die eher Loser als coole Helden à la Luke oder Asterix sind. Auf dem Rad muss sich der Lonesome Cowboy kräftig abstrampeln, er schwitzt und fällt auch mal auf die Nase. Nette kleine Anspielungen lockern die Geschichte zudem auf: hier mal ein zeichnerischer Gruß an Leonardo da Vinci, dort einer an Salvador Dalí. Und als Lucky Luke das Fahrrad ganz am Anfang aus einer Kiste holt und erst noch zusammenbauen muss, findet er einen Inbusschlüssel in der VerpackungIkea lässt grüßen.

Lucky Luke hat nur drei Finger

Der Strich des Berliners wirkt wie hingeworfen, ist aber eher lässig als nachlässig. Der Kopf von Lucky Luke ist wesentlich runder als beim Original von Morris und dessen heutigem Nachfolger Achdé. Aber in der Hommagereihe soll es nicht um originalgetreue Wiedergabe gehen, sondern um freie Interpretation, um einen eigenen Lucky Luke. Und so hat Mawil seinem Helden – in Abstimmung mit den Rechteinhabern – auch nur drei statt vier Finger verpasst.

Der Band endet, wie sollte es anders sein, mit einem Happy End. Aber mit einem gebrochenen. Auch das passt zu Mawil.

Von Kristian Teetz/RND

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