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Medien & TV Nach dem Tod von Wilhelm Wieben: „Er bleibt ein Stück Fernsehgeschichte“
Nachrichten Medien & TV Nach dem Tod von Wilhelm Wieben: „Er bleibt ein Stück Fernsehgeschichte“
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16:07 13.06.2019
Ein Gesicht des deutschen Nachrichtenfernsehens: Wilhelm Wieben (hier mit Susan Stahnke) im Juni 1992 im „Tagesschau“-Studio. Quelle: imago/teutopress
Hamburg

25 Jahre lang stand er für die bekannteste Nachrichten-Sendung Deutschlands vor der Kamera, Millionen Zuschauer sahen ihn regelmäßig in der „Tagesschau“. Nun ist der ehemalige Nachrichtensprecher Wilhelm Wieben im Alter von 84 Jahren in Hamburg gestorben. Ein Blick auf sein Leben.

Noch bis vor wenigen Monaten genoss Wieben die Öffentlichkeit. Dazu gehörte sein Leben in Hamburg: in seiner Wohnung am Kanal sowie die Besuche im Theater Winterhuder Fährhaus, für das er seit Jahren eine Dauerkarte besaß. Im vergangenen Herbst hatte er allerdings bei einer Premiere einen Schwächeanfall erlitten, verließ das Stück damals in der Pause. „Bild“ beschrieb den ehemaligen ARD-Sprecher damals als „geschwächt“ und „abgemagert“. Wilhelm Wieben selbst soll damals der Zeitung gesagt haben: „Es geht mir nicht gut“, berichtete auch von einer voranschreitenden Augenkrankheit.

1995 Outing als homosexuell

Doch das Theater – das wollte sich Wieben trotz Erkrankung nicht nehmen lassen. Vor seiner Karriere bei der ARD absolvierte er nämlich eine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel in Berlin, übernahm darauf kleine Rollen. 1963 fing er beim Fernsehen an, 1973 wechselte er bei der „Tagesschau“ vor die Kamera. Auch wenn Wieben immer mal wieder in Hamburg auf Veranstaltungen ging, Musiker wie Udo Lindenberg und die Band Fettes Brot ihn in ihren Songs erwähnten, stand der Sprecher ein einziges Mal ganz besonders im Rampenlicht: Als Schauspielerin Inge Meysel ihn 1995 in einem Interview mit dem „Stern“ als homosexuell outete. Wieben, der bis dahin mit seiner Sexualität sehr diskret umgegangen war, hatte die Passagen des Magazins allerdings vorgelegt bekommen und selbst freigegeben.

1998 verabschiedete er sich aus der 20-Uhr-Sendung in die Rente – mit den Worten: „Danke, das war’s“. Doch für Wieben war es das damals noch lange nicht: Der Norddeutsche veröffentlichte weitere Bücher auf Plattdeutsch, lieh seine Stimme im Animationsfilm „Die Unglaublichen“ und genoss vor allem sein Privatleben. Regelmäßig sah man ihn als Gast bei Veranstaltungen mit seiner ehemaligen ARD-Kollegin Dagmar Berghoff. Auch scheute er Gespräche mit Journalisten nicht: im Gegenteil, immer wieder durften ausgewählte Kollegen sogar zu ihm nach Hause.

Wilhelm Wieben war auch modernste Technik nicht fremd

Sein Zuhause, das war über Jahre eine Wohnung in Hamburg-Winterhude, fußläufig am Kanal. Mit vielen Pflanzen auf dem Balkon und gestickten Bildern an den Wänden. Doch wer ihn besuchte, der kam um eines sicherlich nie herum: seine Porzellansammlung. „Ich habe Porzellan schon immer geliebt! Meine erste Vase hab ich vor 40 Jahren in einem Antiquitäten-Geschäft in Bremen entdeckt. Sie ist von KPM, hat damals 40 Mark gekostet“, erzählte er bei einem Besuch 2014. Er habe danach immer wieder Figuren und Vasen im Internet ersteigert.

Das Internet war dem damaligen Rentner sehr vertraut: mit iPhone, Laptop und Drucker ausgerüstet gab Wieben sogar zu, gerne mal Computerspiele zu spielen. Noch lieber spielte er allerdings mit Freunden Rummikub, verabredete sich mit einem kleinen Kreis, zu dem auch ARD-Kollegin Dagmar Berghoff gehörte, regelmäßig zum Spielen. Mit den Freunden ging es in den vergangenen Jahren auch oft gemeinsam auf Reisen. Seine große Liebe, so sagte Wieben mal, habe er „nie gefunden“.

„Ich bin ich mit ihm und seiner Tagesschau groß geworden“

Die „Tagesschau“ gehörte auch nach seinem TV-Ende weiterhin für Wieben zum Pflichtprogramm. Auf die Frage, ob er sich denn manchmal zurück vor die Kamera wünsche, antwortete Wieben allerdings: „Nein, nie“. Den Kontakt zu den ehemaligen Kollegen hatte Wieben nie ganz verloren, zu klein waren am Ende auch die Kreise, in denen man sich Events traf. NDR-Intendant Lutz Marmor sagte laut einer Pressemitteilung am Donnerstag über Wieben: „Er gehörte zu den prägenden deutschen Fernsehpersönlichkeiten, immer freundlich, zugewandt und nah bei den Zuschauerinnen und Zuschauern. (…) Wir werden ihn vermissen.“

„Tagesschau“-Sprecher Thorsten Schröder sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) „Natürlich bin ich mit ihm und seiner Tagesschau groß geworden. Für mich war er ein Sprecher mit besonders schöner Stimme und überaus klarer Aussprache ohne bemüht zu klingen. Was die Sprechtechnik betrifft ein großes Vorbild.“

Sein ehemalige ARD-Kollege und heutiger Sat.1-Anchorman Marc Bator sagte dem RND: „Ich habe ihn als einen Menschen kennengelernt, der offensichtlich ein erfülltes Leben leben konnte. Auch über den Tod hinaus bleibt er ein Teil deutscher Fernsehgeschichte.“

Von Lena Obschinsky/RND

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