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Medien & TV Medienanstalt warnt vor Aus des digitalen Antennenfernsehens
Nachrichten Medien & TV Medienanstalt warnt vor Aus des digitalen Antennenfernsehens
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12:02 12.03.2013
Der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, Andreas Fischer, warnt vor dem Aus des digitalen Antennenfernsehens.
 Der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, Andreas Fischer, warnt vor dem Aus des digitalen Antennenfernsehens. Quelle: dpa
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Hannover

Vor einem schleichenden Ende des kostenlosen Antennenfernsehens DVB-T hat der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, Andreas Fischer, gewarnt. Der von der RTL-Gruppe angekündigte Ausstieg aus der digitalen Übertragungstechnik ab 2015 könnte einen Dominoeffekt auslösen, sagte Fischer der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Wenn die Sendergruppe ProSiebenSat.1 ebenfalls aus der Nachfolgetechnik der klassischen Dachantenne aussteige, könnten fast nur noch öffentlich-rechtliche Programme empfangen werden. DVB-T werde somit zu einem Nischenweg der Fernsehübertragung, dem dann auf absehbar Zeit das Aus drohen könnte.

Digitales Antennenfernsehen mit sozialer Komponente 

„RTL steigt zur Unzeit und unabgestimmt aus“, sagte Fischer. „Es gäbe auch gute Gründe, weiter zu machen.“ Etwa eine halbe Million Niedersachsen und 87.000 Bremer nutzen inzwischen den Übertragungsweg, der weder einen Kabel- oder Satellitenanschluss erfordert. «Das hat auch eine soziale Komponente.» Zuschauer, die nicht auf die RTL-Programme verzichten wollten, müssten auf Kabel oder Satellit umsteigen.

Die Einführung der Technik wurde 2007 in Norddeutschland abgeschlossen. Zwar kann die Mehrzahl der Haushalte DVB-T seitdem nutzen, außerhalb der Ballungsräume Hamburg, Hannover, Braunschweig und Bremen sind aber lediglich die öffentlich-rechtlichen Sender zu empfangen. Die Privatsender hatten aus Kostengründen auf eine Verbreitung in der Fläche verzichtet.

Private drängen auf Refinanzierung

RTL begründet den Ausstieg mit Kostengründen. Die Privaten drängen auf eine Refinanzierung und wollen über DVB-T auch verschlüsselte Angebote und Bezahlmodelle übertragen.

Niedersachsen hatte die Einführung maßgeblich mit vorangetrieben und erprobte als erstes Bundesland die Nachfolgetechnik DVB-T2, die die Übertragung von doppelt so viel Programmen wie bisher ermöglichen soll. „DVB-T2 sollte eine Chance bekommen, dazu müssten aber die großen Sendergruppen mitziehen“, sagte Fischer. Die drohende Schwächung von DVB-T bedeute womöglich, dass DVB-T2 nicht kommen werde.

Eigene Wege wäre ein starkes Signal

Nachdem das Bundeskartellamt Ende vergangenen Jahres Bußgelder gegen die beiden privaten Sendergruppen wegen wettbewerbswidriger Absprachen verhängt hatte, ermunterte Fischer ProSiebenSat.1 zu einem eigenständigen Weg: „Wenn ProSiebenSat.1 einen eigenen Weg geht, wäre das ein starkes Signal an das Bundeskartellamt. Sonst besteht der Verdacht, dass die Strategie abgesprochen ist.“

dpa