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Medien & TV „Lindenstraße“: Schauspielerin erfährt aus der Presse vom Serien-Aus
Nachrichten Medien & TV „Lindenstraße“: Schauspielerin erfährt aus der Presse vom Serien-Aus
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15:30 16.11.2018
Das berühmteste Straßenschild der deutsche Fernsehlandschaft Quelle: WDR / picture alliance / dpa
Köln

Die ARD-Kultserie „Lindenstraße“ wird eingestellt. Die letzte Folge soll im März 2020 im Ersten ausgestrahlt werden, wie der WDR am Freitag in Köln mitteilte.

Die Fernsehprogrammkonferenz der ARD habe sich mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrags mit der Firma von Serienschöpfer Hans W. Geißendörfer ausgesprochen. Programmdirektor Volker Herres sagte zur Begründung, unvermeidbare Sparzwänge und das Zuschauerinteresse seien nicht vereinbar mit den Produktionskosten für eine solch hochwertige Serie. Die Quoten scheinen ein Problem zu sein. Schon im vergangenen Jahr sprach das Branchenmagazin „Quotenmeter“ vom „Trauerspiel mit der Lindenstraße.“ Seit Sommer 2015 seien die Zuschauerzahlen in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen deutlich gesunken.

Vor drei Jahren war Lindenstraßen-Erfinder Hans W. Geißendörfer noch zuversichtlich, was die Zukunft der Seifenoper anging: „Unser Selbstvertrauen ist groß, auch weil wir wegen unserer Inhalte einen Einmaligkeitsstandpunkt besitzen“, sagte der Produzent in einem Interview mit dem Magazin „DWDL“. Gleichzeitig gab es damals schon harten Sparzwang: „Natürlich kann uns gesagt werden, dass wir die Lindenstraße billiger herstellen sollen. Da gibt es allerdings eine Grenze. Und die haben wir schon erreicht. Deswegen sind die Alternativen klar definiert: Entweder gibt es die Lindenstraße so wie sie ist – oder es gibt sie gar nicht“, so Geißendörfer. Inzwischen hat seine Tochter Hanah die Produktion übernommen. In einem auf Twitter geposteten Statement schreibt die Produktionsfirma der beiden: Wir sind bestürzt und können nur unser Unverständnis zum Ausdruck bringen, dass die ARD es offenbar nicht mehr als ihren Auftrag sieht, die Serie fortzusetzen, zu deren Kern es gehört, diese Haltung zu vertreten.“

Mehr zum Thema: Aus für Lindenstraße – So reagiert das Netz

Schauspielerin erfährt aus der Zeitung vom Serien-Aus der Lindenstraße

Offensichtlich wurden auch die Schauspieler nicht unbedingt vor der Presse vom Ende der Serie informiert. So schrieb die Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum, die in der Lindenstraße Iphigenie Zenker spielt, laut einem Facebook-Post aus der Zeitung vom Ende der Serie – und damit auch ihres Jobs. Mit einer kurzen Pause ist Siemoneit-Barum seit 1990 Teil des Lindenstraßen-Ensembles. Bei Facebook schreibt die Schauspielerin: „Nichts ist ewig und so auch nicht unsere Lindenstraße...“. Sie sei mit ihrem Hund spazieren gewesen, als sie einen Screenshot von einem Artikel zum Serien-Aus erhalten habe. „So ist das Leben und nicht nur im Showbusiness gibt es kaum berufliche Sicherheit.“ Sie bittet das Team, auch an die Kollegen hinter der Kamera zu denken, die ebenfalls ihre Familien ernähren müssten. „Die haben nunmehr nur ein Jahr Zeit sich neu zu orientieren.“

Nichts ist ewig und so auch nicht unsere Lindenstraße.... Ihr könnt Euch sicher vorstellen dass es schon wahnsinn ist,...

Gepostet von Rebecca Siemoneit-Barum am Freitag, 16. November 2018

Lindenstraße: Die dienstälteste Seifenoper

Die Lindenstraße läuft seit 1985 wöchentlich. Hunderte Schauspieler und Zehntausende Komparsen waren bisher zu sehen. Die Außenkulisse der Lindenstraße ist 150 Meter lang und befindet sich auf dem WDR-Gelände in Köln-Bocklemünd. Für die Dreharbeiten stehen ständig 100.000 Requisiten zur Verfügung.

WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn sagte: „So sehr der Abschied auch schmerzt, können doch alle Beteiligten sehr stolz sein, denn sie haben mit der „Lindenstraße“ geschafft, was keiner anderen deutschen Serie gelungen ist: über Generationen hinweg mitten aus dem Alltag der Menschen heraus große gesellschaftliche und politische Themen abzubilden.“ Inhaltlich hat sich die Lindenstraße regelmäßig auf gesellschaftliche Themen wie die Umweltbewegung in den 1980er Jahren oder das Wiederaufleben des Rechtsextremismus bezogen. Neonazi-Aktivitäten in der Jugend von Serienfigur Klaus Beimer, wurde ebenso erwähnt wie militanter Islamismus – thematisiert durch den 2009 konvertierten Charakter Timo Zenker.

Vater Beimer ist in der Lindenstraße gestorben. Der beliebte Charakter der ARD-Serie litt an Parkinson. Wie andere Serienstars ihren Tod fanden, sehen Sie hier.

Zahlreiche Schauspieler wurden durch die Lindenstraße zu einem bekannten Gesicht im deutschen Fernsehen. So hat Til Schweiger von 1990 bis 1992 Jo Zenker.

Der ehemalige Lindenstraßen-Schauspieler Joachim H. Luger, der noch bis August die Figur des „Hans Beimer“ spielte, antwortete noch im August im Gespräch mit dem RND auf die Frage, wie es mit der Lindenstraße weitergehe: „Sehr gut, hoffe ich, und möglichst noch viele Jahre.“ Dieser Wunsch konnte nun nicht in Erfüllung gehen.

Von RND/epd/pach/goe

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