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Medien & TV Laura Karasek: „Ich bin der Rebell in der Familie“
Nachrichten Medien & TV Laura Karasek: „Ich bin der Rebell in der Familie“
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19:49 05.07.2019
Trinkt nur mit Menschen, die sie mag: Die Juristin und Neumoderatorin Laura Karasek. Quelle: Foto: Klaus Weddig/ZDF

Frau Karasek, Ihre neue Talkshow „Zart am Limit“ wird in einer Bar aufgezeichnet. Erhoffen Sie sich gesprächigere Interviewpartner, wenn Alkohol im Spiel ist?

Alkohol kann auf jeden Fall nicht schaden! Es soll ja auch Spaß machen. Ich halte es da mit Kinski: Ich trinke nur mit Menschen, die ich mag – bei allen anderen trinke ich vorher.

Inwiefern wird sich die Show von „Inas Nacht“ unterscheiden, in der ja auch prominente Talkpartner mit Alkohol milde gestimmt werden sollen?

Ich liebe „Inas Nacht“! Aber wir wollen keine Kopie machen. Wenn ich jetzt einen Liebesroman schreibe, fragt ja auch keiner, warum die Welt denn noch einen weiteren Liebesroman braucht – es gibt ja schon genug.

Wird es in der Show auch Alkohol für die Gastgeberin geben oder bleiben Sie bei Wasser und Ingwertee?

Ich werde einen Algen-Hirse-Sellerie-Smoothie konsumieren! Natürlich trinke ich auch mit. Es gibt doch nichts Ungemütlicheres, als wenn da einer sitzt und bremst! Außerdem hilft Wein gegen die Aufregung.

Sie werden spätestens nach der ersten Sendung mit Jan Böhmermann verglichen werden. Welche Antworten an Ihre Kritiker haben Sie sich schon zurechtgelegt?

Noch gar keine! Ich glaube, niemand wird gern dauernd verglichen. Wir sollten in unserer Gesellschaft nicht so viel vergleichen! Individualität ist doch viel besser. Und jeder darf so sein, wie er will. Jan macht das schon lange und sehr gut. Ich kann doch ihn gut finden und trotzdem auch für Klaas Heufer-Umlauf schwärmen. Muss ich mich immer entscheiden? Immer abwerten, indem ich vergleiche?

Nervt es, dass Sie oft noch als „Tochter von“ vorgestellt werden, obwohl Sie jahrelang erfolgreich als Anwältin gearbeitet haben, Bücher und wöchentliche Kolumnen für den „Stern“ schreiben?

Nein, ich bin nun mal die Tochter von Hellmuth Karasek. Wenn den Menschen das wichtig ist – bitte! Aber ich denke, es sollte auch andere Dinge geben, die mich ausmachen. Niemand ist immer nur eine Sache. Wir haben so viele Versionen von uns selbst. Die sollten wir alle ausleben. Außerdem hab ich meinen Vater angehimmelt, insofern gibt es Schlimmeres, als sein Kind zu sein. Man bleibt ja sein Leben lang geprägt von seiner Familie. Das ist doch nichts Schlechtes.

In der neuen Vox-Sendung „7 Töchter“ sind Sie mit sechs Mitstreiterinnen zu sehen, die mit prominenten Eltern aufgewachsen sind. Was hat Sie an dem Format gereizt?

Die Frage nach den Hürden. Mich interessieren immer auch Abgründe, Sehnsüchte. Ich finde die Vater-Tochter-Beziehung spannend. Egal, ob berühmt oder nicht. Es prägt jede Frau, wie sie zu ihrem Vater steht. Es definiert ihr Männerbild. Es formt ihr Selbstwertgefühl. Der Vater bleibt Referenzmann. Ich wollte hören, wie die anderen Frauen das empfinden.

Viele der anderen Töchter kennt man aus einschlägigen Medien. Das ist bei Ihnen nicht der Fall. Fluch oder Segen, wenn man nicht von Geburt an prominent ist?

Auch hier gibt es keine richtige Antwort! Es ist doch immer beides: Wenn ich als Teenie durch meinen Vater mal Take That kennenlernen konnte, fand ich das geil. Ansonsten hab ich mir aus der Prominenz gar nichts gemacht. Ich fand es schön, dass wir gemeinsam über Literatur sprechen konnten. Dass ich immer mit im Theater war. Bei uns wurde nichts unter den Tisch gekehrt. Und klar ist es cool, wenn Gottschalk einen abends an der Disco abholt. Es gibt trotzdem auch Zweifel, Vorurteile. Aber ich musste mich ja Gott sei Dank nicht für meinen Vater schämen: er war ja keine Skandalnudel aus der Boulevardpresse mit Nacktfotos oder Drogenexzessen. Er stand eher für Kultur. Das fand ich schön.

Sie sind mit drei Brüdern aufgewachsen, die alle im künstlerischen Bereich gelandet sind. Wie kamen Sie darauf, ausgerechnet Anwältin zu werden?

Ich war schon immer der Rebell in der Familie! Enfant terrible – haha. Wenn Jura quasi die Rebellion ist, ist das schon absurd.

Stimmt es, dass Sie früher am Telefon öfter mit Ihrem Vater verwechselt wurden, weil Sie so eine tiefe Stimme haben?

Oh ja! Es hieß immer: „Ah, Herr Karasek!“ „Nein!“ „Ah, der Sohn?“ „Nein, die Tochter.“ Aber hey, ich musste keinen Whisky trinken und mein Chef in der Kanzlei nannte mich trotzdem Hildegard Knef. Insofern sollte ich vielleicht doch darüber nachdenken, an einen Klavierflügel gelehnt Chansons zu singen.

Zur Person:

Laura Karasek, 1982 in Hamburg geboren, ist die Tochter von Armgard Seegers und Hellmuth Karasek (†2015). Sie studierte Rechtswissenschaften und ist seit 2015 Mutter von Zwillingen.

Sechs Folgen „Laura Karasek – Zart am Limit“ werden donnerstags um 22.15 Uhr bei ZDFneo (Start 04. Juli 2019) ausgestrahlt. Diskutiert werden aktuelle gesellschaftliche, (pop)kulturelle, boulevardeske und netzaffine Themen.

Von RND / Thomas Kielhorn

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