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Medien & TV „Komplett enttäuscht von Facebook“
Nachrichten Medien & TV „Komplett enttäuscht von Facebook“
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00:15 21.03.2014
ARD-Moderatorin Sabine Heinrich. Quelle: ARD

Frau Heinrich, Sie haben gerade Ihren ersten Roman „Sehnsucht ist ein Notfall“ veröffentlicht, eine Art Roadnovel, in der eine Großmutter mit ihrer Enkelin nach Italien flüchtet. Die Enkeltochter Eva weiß nicht, wie sie ihr Leben gestalten soll – und vor allem nicht, mit welchem Mann. Würden Sie sagen, diese Probleme sind beispielhaft für Frauen dieser Generation?
Klare Antwort: Ja! Das sind alles Dinge, die auch mich und meine Freundinnen umtreiben. Man muss sich nur mal eine „Neon“ kaufen. Alle zwei Wochen geht es da um Orientierung und was man vom Leben erwarten kann.

Wie viel Sabine Heinrich steckt in der Figur der Eva?
Gar nicht so viel. Allerdings war es ein ganz schöner Kraftakt, ihre Geschichte aufzuschreiben und sie gleichzeitig von mir fernzuhalten. Allein beruflich und optisch hat sie nicht viel mit mir zu tun. Außerdem hätte ich mit ihrer Art enorme  Schwierigkeiten.

Womit genau?
Ich finde sie am Anfang viel zu hysterisch. Eva musste nie was hinterfragen, sondern hat alles einfach so hingenommen, Freundschaften und auch ihre Beziehung waren irgendwie immer da. Doch plötzlich ändert sich alles, es kommen existenziellen Fragen auf den Tisch. Gleichzeitig stellt sie fest, dass sie auch noch Verantwortung für ihre Oma übernehmen muss. Dass sie eben nicht mehr die kleine Eva ist. Um mein ganzes Geschwurbel in einen Satz zu packen: Eva kommt hart in die Situation, endlich mal erwachsen werden zu müssen.

Evas Oma ist eine extrem coole und moderne Frau, die sich hauptsächlich von Döner ernährt. Gibt es da ein reales Vorbild?
Nein, die Oma ist vollständig meiner Fantasie entsprungen. Ich wollte einfach eine typische Ruhrgebiets-Omi zeichnen, die sympathisch ist, eine Lebensgeschichte hat und auf eine große Lebensleistung zurückblicken kann. Ich komme selbst aus dem Ruhrgebiet und kenne diesen Schlag Frauen sehr gut. Wenn ich mit meinen Großstadt-Chichi nach Hause komme und mich bei meiner Oma beklage, dann kann die nur noch mit der Augenbraue zucken.

Ungewöhnlich ist, dass Evas Oma mit 79 Jahren noch ihren Mann verlässt.
Dabei hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie das bei alten Leuten und Liebe so ist. Sex, dachte ich immer, hört mit 35 Jahren auf. Für die Recherchen zum Buch habe ich dann aber mit drei Frauen und zwei Männern darüber gesprochen. Und ich muss sagen: Die Männer waren die wesentlich romantischeren. Ich habe natürlich auch gefragt, ob man mit 70 Jahren noch das Bedürfnis nach Körperlichkeit hat.

Und?
Kennen Sie ein Bratkartoffelverhältnis?

Nein, das kenne ich nicht.
Hin und wieder ist es ganz gut, aber braucht man wirklich auch nicht jeden Tag. So etwas lernt man dann bei Recherchen noch von einer über 70-jährigen Dame!

Sie selbst kommen aus Kamen, einem Ort, den man vor allem aus den Verkehrsnachrichten kennt. Hat die Region Sie sehr geprägt?
Seit dem Strukturwandel sieht man natürlich noch die Überreste der Montanindustrie. Die Region ist immer noch davon geprägt. Allerdings bin ich sehr vorsichtig mit Bergbauklischees. Natürlich steht bei uns der Opa nicht mehr den ganzen Tag neben seiner Taubenhütte. Aber wenn ich beschreibe, wo die Oma gefeiert hat und wo sie ihre Conny-Froboess-Lieder singt, dann kenne ich diese Kneipen auch.

Sie moderieren täglich auf 1Live und haben vor Kurzem Ihre eigene Talkshow gestartet. Haben Sie sich zwischendurch für das Buch eine Pause gegönnt?
Von wegen, ich habe morgens vor und abends nach der Sendung geschrieben. Ich habe geschrieben, als ich zum Champions-League-Finale von Borussia Dortmund gefahren bin. Ich habe letztes Jahr eine Mont-Blanc-Umrundung gemacht und hatte drei Unterhosen mit – und das iPad! Gut, ich habe bestimmt auch acht Kilo zugenommen, weil ich es nicht mehr zum Sport geschafft habe.

Im Dezember wurde im WDR die erste Folge Ihrer Talkshow „Frau Heinrich kommt“ ausgestrahlt. Das Format, ein Studio in eine Kiste zu packen und die Gäste zu besuchen, ist interessant. Wird die Reihe fortgesetzt?
Ja, wir überlegen gerade, welche Gäste wir einladen können. Das Format kommt aus Schweden, und das Coole daran ist, dass die Zuschauer folgen. Eigentlich sind das die heimlichen Stars der Sendung.

Sie sind auf Twitter sehr aktiv. Facebook dagegen haben Sie den Rücken gekehrt. Warum?
Ich bin seit drei Wochen wieder bei Facebook und muss mich von meinen Kollegen auslachen lassen. Ausgestiegen bin ich während des Eurovision Song Contest 2010.

Warum?
Weil die Kommentare zum Teil schrecklich waren. Aber ich muss sagen, ich bin komplett enttäuscht von Facebook. Ich war drei Jahre nicht da und habe immer gedacht: Wer weiß, was ich verpasse? Nichts habe ich verpasst! Twitter ist definitiv das coolere Medium. Bei Facebook stellt man dagegen fest, dass die Eltern täglich „Candy Crush“ spielen.

Zur Person

Sabine Heinrich (37) ist die junge Stimme des Ruhrpotts und ARD-Nachwuchshoffnung. Sie moderiert täglich auf 1Live die Vormittagssendung „1Live mit Frau Heinrich“, sie gehört zum „Zimmer frei“-Team beim WDR, 2010 moderierte sie „Unser Star für Oslo“, den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest, bei dem Lena entdeckt wurde. Auf EinsFestival stand sie für die Reihe „Gewissensbisse – Frau Heinrich und die sieben Todsünden“ vor der Kamera und hat eine eigene Talkshow. Gerade ist ihr erster Roman erschienen: „Sehnsucht ist ein Notfall“, Kiepenheuer & Witsch, 288 Seiten, 14,99 Euro.

Von Nory Lysk

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