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Medien & TV Interview: „Dark“-Star Louis Hoffmann spielt Schlagzeug und liebt Skaten
Nachrichten Medien & TV Interview: „Dark“-Star Louis Hoffmann spielt Schlagzeug und liebt Skaten
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06:33 21.06.2019
Mystery made in Germany: Jonas (Louis Hofmann) in einer Szene der ersten Staffel der deutschen Netflix-Serie „Dark“. Am Freitag, 21. Juni, startet die zweite Staffel. Quelle: PA WIRE

Herr Hofmann, kann es bei oberflächlicher Betrachtung Ihres Werkes sein, dass Sie bislang vor allem Söhne in Filmen mit starkem Familienfokus gespielt haben?

Louis Hofmann: Naja, je jünger man ist, desto wahrscheinlicher wird es schließlich, Kinder zu spielen – zumal ich schon relativ früh vor der Kamera gestanden habe. Aber ich glaube ich konnte mich davon ganz gut lösen.

War das ein richtiger Befreiungsprozess?

Das nicht. Aber es war schon etwas Besonderes, als ich mit 16 „Freistatt“ gedreht habe. Es war mein erster richtig komplexer Film, in dem meine Figur schon nach drei Szenen im Heim landet und dort allein klarkommen muss. Oder bei „Unter dem Sand“ wo die Figur nicht mal weiß, ob ihr Vater noch lebt. Stereotype Sohn-Rollen habe ich seither nicht gespielt.

Sondern?

Durch verschiedene Epochen hindurch Jugendliche, die entsprechend verschiedenartig aufwachsen durften und mussten. Wenn man selber noch so jung ist, wie ich es seinerzeit war, dreht man naturgemäß eher Coming-of-age-Geschichten. Dabei habe ich aber stets darauf wert gelegt, besondere Sichtweisen zu erzählen.

Was definitiv auch in der 2. Staffel von „Dark“ der Fall ist, wo Sie zumindest anfangs allein durch ein apokalyptisches Endzeit-Deutschland irren.

Das stimmt.

Haben Sie in einer Ihrer bisherigen Arbeiten je weniger gelacht als in dieser?

(lacht) Ich erinnere mich an eine Szene der ersten Folge im Klassenraum, da habe ich gelacht. Und in der siebten, als mir der alte Egon Thiedemann einen Witz erzählt, auch. An mehr kann ich mich in der Tat nicht erinnern. Aber ehrlich – die Serie würde anders als „Dark“ heißen, wenn die Figuren darin bedeutend „heller „wären. Etwas Dunkleres habe ich eigentlich nie gespielt.

Ist diese Dunkelheit bei der Arbeit spürbar?

Überhaupt nicht. Da sind zwar alle Beteiligten stets äußerst konzentriert. Aber angesichts der düsteren Thematik fühlt man sich bisweilen sogar genötigt, mal einen Witz zu machen, um die Stimmung erträglich zu machen.

Und sie nicht am Ende noch mit nach Hause nimmt?

Ach, das passiert mir ohnehin ständig. Ist vielleicht eine Mentalitätsfrage. Ich brauche immer ein wenig, um das Erlebte sacken zu lassen – gerade in der zweiten Staffel von „Dark“. Während die erste noch eine irgendwie verspielte Dynamik hatte, ist die neue schon sehr getragen.

Prägt diese Stimmung bereits Ihr Angebote neuer Rollen?

Bislang nicht. Weil ich noch relativ jung bin, ist die Gefahr, festgelegt zu werden, noch ziemlich gering. Darüber hinaus habe ich aber auch vorher schon tendenziell ernstere Charaktere gespielt, oft mit echt deftigen Problemen. Das ist zwar auch die Richtung, in die ich gehen will, ich habe aber keine Angst, daraus nicht jederzeit ausbrechen zu können.

Man spürt, dass Sie schon Ihr halbes Leben in dieser Branche tätig sind. Kann man nach so langer Zeit überhaupt die Distanz dazu wahren?

Ich bin schon sehr organisch dort hineingewachsen, und so fühlt sich die Arbeit darin auch an. Aber es fällt mir überhaupt nicht schwer, davon auch mal Abstand zu nehmen.

Womit zum Beispiel?

Durch ein gesundes, eigenständiges Privatleben. Ich spiele Schlagzeug und gehe gelegentlich Skaten, habe das aber erst wieder neu entdeckt, weil ich festgestellt habe, wie schwer es ist, alte Gewohnheiten an einen neuen Wohnort zu exportieren.

Also von Köln nach Berlin.

Genau, da musste ich erstmal ein neues Netzwerk aufbauen, während ich zugleich die ganze Zeit gut zu tun hatte. Mir da selber Zeit für etwas anderes zu schenken und auch mal Dinge zu machen, die keinen sinnvollen Output haben, sondern einfach nur Spaß machen – das fiel mir eine Weile lang alles andere als leicht. Sinnlose Sachen zu tun, ist gar nicht so einfach. Das tut mir sehr gut. Trotzdem liebe ich natürlich meine Arbeit.

Ist „Dark“ angesichts der weltweiten Ausstrahlung beim Streamingdienst Netflix für Sie ein Sprungbrett auf den internationalen Markt?

Es gibt durchaus internationale Filmemacher, die dank „Dark“ auf mich aufmerksam geworden sind. Und definitiv habe ich auch den Wunsch, auch außerhalb Deutschlands zu arbeiten – was ich in „The White Crow“ unter der Regie von Ralph Fiennes ja auch schon gemacht habe. Für so etwas ist es ganz sicher nicht schlecht, wenn ich Castern sagen kann, sie sollen sich bei Netflix einfach ein paar Folgen „Dark“ ansehen, um mich kennenzulernen. Das läuft überall und hat einen guten Klang.

Deshalb entsteht ja jetzt auch schon die 3. Staffel.

Und zwar, während die 2. noch läuft. Ende des Monats geht’s los.

Von Jan Freitag

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