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Medien & TV Im Iran inhaftierte US-iranische Journalistin weiter im Hungerstreik
Nachrichten Medien & TV Im Iran inhaftierte US-iranische Journalistin weiter im Hungerstreik
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18:07 26.04.2009
Roxana Saberi muss ihren 32. Geburtstag in iranischer Haft begehen. Quelle: Behrouz Mehri/afp
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Am Sonntag, ihrem 32. Geburtstag, habe seine Tochter ihre Entschlossenheit bekräftigt, sagte ihr Vater Reza Saberi. Nach seinen Angaben legte der Anwalt seiner Tochter am Samstag offiziell Berufung gegen das Urteil ein.

Ein islamisches Revolutionsgericht hatte Saberi Mitte April hinter verschlossenen Türen wegen Spionage für die USA zu acht Jahren Haft verurteilt. Seit sechs Tagen verweigert sie jede Nahrung. „Solange sie nicht freikommt, wird sie weiter hungern“, sagte der Vater nach einem viertelstündigen Besuch im Evin-Gefängnis. „Wir haben versucht, sie zum Aufhören zu bewegen, aber sie hat uns geantwortet, entweder werde sie freigelassen oder hier sterben.“ Zum Geburtstag habe seine Tochter lediglich eine Flasche gezuckerten Wassers getrunken. Sie habe inzwischen fünf Kilogramm abgenommen.

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Nach heftigen Protesten gegen das Urteil hatte die iranische Justiz am vergangenen Montag ein Berufungsverfahren angeordnet. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte zuvor bei der Staatsanwaltschaft Teheran eine „gerechte“ Prüfung des Falls angemahnt. Das iranische Außenministerium wies damals Spekulationen zurück, Saberi solle womöglich als Unterpfand bei Verhandlungen über die Freilassung iranischer Diplomaten dienen. Die Diplomaten sind bei den US-Streitkräften im Irak in Haft.

Saberi wurde in den USA geboren, im Iran lebt sie seit 2003. Sie war für die US-Rundfunkanstalten NPR und Fox News sowie für die britische BBC tätig. Nach Angaben ihres Vaters arbeitete sie zuletzt an einem Buch über den Iran. Ursprünglich hatten die iranischen Behörden der Reporterin vorgeworfen, im Iran Alkohol gekauft zu haben, was in dem streng islamischen Land verboten ist.

afp