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Medien & TV „Draußen in meinem Kopf“ – Querschnittsgelähmter Samuel Koch spielt einen Sterbenden
Nachrichten Medien & TV „Draußen in meinem Kopf“ – Querschnittsgelähmter Samuel Koch spielt einen Sterbenden
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10:40 23.07.2019
Christoph (Nils Hohenhövel, r.) betreut während seines Freiwilligen Sozialen Jahres den an Muskeldystrophie erkrankten Sven (Samuel Koch). Der hadert mit seiner Situation und macht es Christoph nicht immer leicht. Quelle: Foto: Thomas Kost/ZDF
Mainz

Vom Hals ab gelähmt zu sein, das kann und mag man sich nicht vorstellen. Doch genau unter einem solchen schweren Schicksal leidet Sven in dem Drama „Draußen in meinem Kopf“. Er ist ein junger Mann, der an fortschreitendem Muskelschwund erkrankt ist, nur noch wenige Monate zu leben hat und in einem Pflegeheim untergebracht ist.

Der sterbende Sven hört Musikstücke voller Todessehnsucht

Sein Zimmer hat Sven nach seinen Möglichkeiten eingerichtet. Er hat einen Computer, den er mit seinem Mund steuern kann, ist aber ansonsten vollkommen auf die Hilfe anderer angewiesen. Meistens hört er auf seinem CD-Spieler Bach-Kantaten, Stücke voller Todessehnsucht. Und wenn eine CD beim Abspielen mal hängen bleibt und furchtbar kakophonisch-flatternde Töne von sich gibt, muss er warten, bis das von einem anderen bemerkt wird.

Svens ganzes Leben, sein Draußen, spielt sich also eigentlich nur noch in seinem Kopf ab, was übrigens auch den seltsam anmutenden Titel des Films erklärt. Eine solche Figur glaubhaft zu verkörpern scheint im Grunde fast unmöglich zu sein. Dennoch gelingt Samuel Koch dies auf sehr überzeugende Weise . Aus tragischem Grund: Der Schauspieler ist seit seinem Unfall 2010 in der Show „Wetten, dass …“ selbst querschnittsgelähmt, hat seitdem aber einen unfassbaren Lebenswillen bewiesen.

Sein Studium an der Schauspielschule Hannover, das er kurz vor seinem Unfall begonnen hat, hat Koch 2014 erfolgreich absolviert. Seine Abschlussarbeit trägt den bezeichnenden Titel „Die Entdeckung des Schönen in der Reduktion“. Er ist seit der Spielzeit 2018/2019 sogar festes Ensemblemitglied des Nationaltheaters Mannheim.

Samuel Koch erzeugt Spannung im Kammerspiel

Seine Hauptrolle in „Draußen in meinem Kopf“ ist nun sein Langfilmdebüt, das vom ZDF leider erst spät am Abend in der Reihe „Shooting Stars – Junges Kino im Zweiten“ gezeigt wird. Das ist besonders schade, weil der Film im Kino nur sehr wenige Zuschauer gefunden hat und einfach ein größeres Publikum verdient.

Die Ausdrucksstärke, die Koch hier in seiner durchaus schwierigen Rolle beweist, ist sehenswert. Nur mit seinen Augen, seinen Blicken und seinem großen sprachlichen Vermögen drückt er sehr viel aus, erzeugt dabei die Spannung, die auch so ein eigentlich ruhiges Kammerspiel benötigt. Schauplatz ist dabei fast ausschließlich Svens Zimmer.

In dem steht plötzlich in der Weihnachtszeit Christoph (Nils Hohenhövel), um sich um Sven zu kümmern. Der recht hilflos wirkende Abiturient absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr im Pflegeheim und wird gleich mit einer diffizilen Aufgabe konfrontiert.

Der Sterbende bevorzugt Provokation und Verweigerung

Sein Patient Sven liebt es nämlich zu provozieren. Auch Christoph bekommt das gleich zu spüren. Beim Essen verweigert Sven das Füttern, auch eine richtige Unterhaltung erweist sich als schwierig, da er nichts von sich preisgeben will und Svens Zynismus zudem oft kaum zu ertragen ist. Das ist in wenigen Worten die Ausgangssituation dieses tragischen, aber auch dank einiger witziger Dialoge überraschend unterhaltsamen Dramas, das Eibe Maleen Krebs inszeniert hat.

Die Regisseurin wird bei ihrem Debüt gut von der Kamerafrau Judith Kaufmann unterstützt, die in beachtlich ausdrucksstarken Bildern die Gefühlslage Svens, sein Verlorensein und seine Hilflosigkeit, zeigt.

Aus der großen Distanz entsteht Nähe, fast Freundschaft

Im Lauf des Films verändern sich nun langsam die beiden Protagonisten. Aus der großen Distanz, die sich immer wieder auch in offenen Aggressionen (auch von Christoph) und bösen Kränkungen entlädt, entsteht zunehmend eine selbst für den Zuschauer spürbare Nähe und fast körperliche Intimität. Gegen Ende zeichnet sich langsam sogar eine Freundschaft zwischen den beiden ab.

Aus dem anfangs arg naiv erscheinenden und hoffnungslos unterlegenen Christoph ist mit der Zeit ein gleichwertiger Partner von Sven geworden, und der wiederum beginnt seine zynische Haltung abzulegen. Und am Schluss verlassen beide dann das Zimmer. Wohin, das lässt der Film offen.

Von Ernst Corinth/RND

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