Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Medien & TV „Das Quartett“: Enttäuschender Samstagskrimi im ZDF
Nachrichten Medien & TV „Das Quartett“: Enttäuschender Samstagskrimi im ZDF
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 11.10.2019
Das Team ist der Star: Linus Roth (Anton Spieker, v. l.), Pia Walther (Annika Blendl), Maike Riem (Anja Kling) und Christoph Hofherr (Shenja Lacher) des Nachts unterwegs in ihrem Leipziger Revier. Quelle: Oliver Vaccaro/ZDF/dpa

Gemordet wird am Wochenende in den Öffentlich-Rechtlichen immer. Läuft am Sonntagabend in der ARD wegen eines Fußballspiels gegen Angstgegner Estland nur eine „Tatort“-Wiederholung, springt am Samstag eben das ZDF mit frischer mörderischer Ware in die Bresche – in diesem Fall mit der Premiere eines neuen Ermittlerteams.

Anders als in den bisherigen ZDF-Samstagskrimis ist in „Das Quartett“ das Team der Star. Es gibt mit Maike Riem eine Chefin (Anja Kling), doch arbeiten die zwei Frauen und zwei Männer kollegial zusammen.

Das Büro sieht wie eine WG-Küche aus

Sie teilen sich in Leipzig ein Büro, das wie eine studentische WG-Küche ausschaut, und arbeiten dort rund um die Uhr. Worunter – wie in der Auftaktfolge „Der lange Schatten des Todes“ angedeutet wird – das Privatleben leidet. Doch für Privates ist in diesem Krimi sowieso kaum Zeit, es wird bestenfalls in kurzen Szenen dezent angedeutet.

Neue Ansätze kann das deutsche TV-Krimi-Genre gut gebrauchen. Und wenn dann auch noch die bekannte deutsche Regisseurin Vivian Naefe sowie die renommierten Autoren Friedrich Ani und Ina Jung für die erste Folge verpflichtet werden, macht das neugierig. Umso größer die Enttäuschung: Der erste Auftritt des Quartetts stellt sich als Krimi von der Stange heraus.

Der Film hat bisweilen lediglich die Qualität einer Vorabendserie, ist routiniert und vor allem kostengünstig in Szene gesetzt. Am Ende schreiten die Ermittler als glorreiche Vier durch ihr Revier, das nächtliche Leipzig. Das wirkt – nun ja – ziemlich bemüht.

Vier sehr unterschiedliche Ermittler

Immerhin gelingt es in der ersten Hälfte des Films recht gut, das neue Team einzuführen. Der Zuschauer lernt die Ermittler nach und nach kennen. Kommissariatsleiterin Riem leidet darunter, dass ihr Sohn nach ihrer Scheidung die meiste Zeit bei ihrem Ex-Mann lebt. Ihre Mitarbeiter Christoph Hofherr (Shenja Lacher) und Pia Walther (Annika Blendl) haben dagegen offenbar ein traumatisches Erlebnis noch nicht verarbeitet – die aktuellen Mordfälle reißen bei ihnen alte Wunden auf.

Im Unterschied zu ihnen macht Technikfreak Linus Roth (Anton Spieker) emotionslos seinen Job. Die vier so unterschiedlichen Charaktere harmonieren erstaunlich gut miteinander.

Das müssen sie auch, denn ihr erster Fall ist komplex. Am Leipziger Elsterbecken wird frühmorgens die Leiche eines Großbäckers gefunden. Der Mord geschah offenbar im Affekt. Auch die „Entsorgung“ des Toten wirkt improvisiert.

Eine ganze Handvoll Verdächtiger

Erstaunlich schnell gibt es sogleich gut eine ganze Handvoll Verdächtige: Ein cholerischer Wutbürger (Robert Gallinowski) hatte sich mit dem Opfer einen handfesten Kleinkrieg geliefert. Ein Anwalt (Jan Henrik Stahlberg) erscheint als zwielichtige Figur. Die Ex-Frau (Kirsten Block) des Toten und dessen Geliebte (Anneke Kim Sarnau) werden von Eifersucht umgetrieben. Und eine psychisch schwer angeschlagene Frau (Nadja Bobyleva) hat den Bäcker schon lange verfolgt: Ihre kleine Tochter starb Jahre zuvor bei einem tragischen Verkehrsunfall, den der Tote verursacht hatte.

Jeder und jede aus diesem Kreis hat ein nachvollziehbares Motiv. Und so stochern die Ermittler erst einmal im Nebel im herbstlich grauen Leipzig herum. Das ist durchaus spannend, obwohl die Verdächtigen nicht gerade glaubhaft spielen. Besonders die Mutter des toten Mädchens übertreibt das Tragische ihrer Rolle. Dennoch bleibt der Fall bis zum Ende interessant.

Richtig spannend wird er, wenn es am Schluss zu einer Doppelvernehmung kommt. Eine hübsche Idee, die mit einem komischen Rekord einhergeht: Noch nie war wohl in einem Fernsehkrimi so oft die Rede von SUV, weil der Täter/die Täterin vermutlich ein solches Auto fuhr. Ob das jetzt bedeutet, dass künftig nicht mehr der Gärtner, sondern der SUV-Fahrer stets der Mörder ist?

„Das Quartett – Der Lange Schatten des Todes“, ZDF, Samstag, 20.15 Uhr

Von Ernst Corinth/RND

Zwei Tage nach dem Anschlag von Halle lädt das ZDF-Morgenmagazin ausgerechnet Jörg Meuthen zum Interview. Viele Twitter-Nutzer und Politiker sehen das kritisch. Sie finden: Der AfD sollte man gerade jetzt keine Bühne bieten.

18:29 Uhr

Vom frühen Vogel zum Boulevardmoderator: Maurice Gajda unterstützt ab Mitte Oktober das Team von „Explosiv“. „Guten Morgen Deutschland“ bleibt er aber treu.

14:33 Uhr

Mit „Prince Charming“ startet Deutschlands erste Gay-Dating-Show. Dabei kann sich Nicolas Puschmann, um dessen Herz 20 Singlemänner in der Show buhlen, noch genau an den Moment seines Outings und die anschließenden Reaktionen erinnern.

14:41 Uhr