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Medien & TV Das Dschungelcamp geht schon wieder los
Nachrichten Medien & TV Das Dschungelcamp geht schon wieder los
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07:21 12.01.2012
Von Imre Grimm
Sonja Zietlow und Dirk Bach laden wieder ins Dschungelcamp.
Sonja Zietlow und Dirk Bach laden wieder ins Dschungelcamp. Quelle: dpa
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Hannover

Der „stern“ lobt die „Ehrlichkeit“ der Show, der „Spiegel“ spricht von einer „sauguten Unterhaltungssendung“. Natürlich geht das Abendland nicht unter, wenn ein kleiner, dicker Mann und eine blonde Ansagerin auf einer Hängebrücke am Ende der Welt C-Prominente beim Verzehr von Krokodilsaugen kommentieren. Darin aber eine zeitgemäße Interpretation des Kampfes „Mensch gegen Natur“ oder ein universales Sinnbild für die Kompensation biografischer Defizite durch mediale Zuwendung zu sehen, geht doch am Kern vorbei: Hier geht es um Mist, als Edeltrash verkleidet. Auch wenn mancher hängen gebliebene Zapper die irritierende Tatsache, dass der Blödsinn seine niederen Instinkte kitzelt, mit einem pseudowissenschaftlichen Überbau schönredet, um sich nicht vor sich selbst schämen zu müssen.

Fünfmal lud RTL bereits zu seiner Sause. Fünfmal wurde die Frage beantwortet, ob der Quatsch dem jeweiligen „Dschungelkönig“ zu irgendeiner Art Karriereturbo verhelfen kann. Antwort: nein, nein, nein, nein und nein. Costa Cordalis (Sieger im Januar 2004) kassierte 48.000 Euro Gage – plus 20.000 Euro, damit er nicht bei Stefan Raab auftritt – und ist heute weitgehend vergessen. Désirée Nick (Herbst 2004) tut, was sie immer tat: Sie versucht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten lustig zu sein und kommentiert Nicht-Events in Boulevardmagazinen. Ross Antony (2008) renovierte Kindergärten und will Kinderbücher schreiben. Ingrid van Bergen (2009) spielte zuletzt die Signora de Rocca bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek auf Rügen. Und Peer Kusmagk (2011) ist Mitbetreiber eines Berliner Restaurants und musste zuletzt gegen Geld im PRO7-Film „Amor am Limit“ mitspielen. Und dafür haben sie Känguruhoden gegessen.