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Medien & TV „Ich habe nichts Böses gegen das Alter!“
Nachrichten Medien & TV „Ich habe nichts Böses gegen das Alter!“
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21:11 09.07.2014
Foto: „Ich habe keine Pläne mehr“: Alfred Biolek.
„Ich habe keine Pläne mehr“: Alfred Biolek. Quelle: dpa
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Am Donnerstagabend läuft die „Die große Alfred Biolek Nacht“ im Fernsehen. Werden Sie zusehen?
Ich stelle mir das am ehesten so vor, meine Gäste und ich wollen gute Gespräche führen, und die Sendung läuft dann als Untermalung.

Wie ist Ihre Einstellung zum Alter? Ist Alter tatsächlich nichts für Feiglinge, wie es Joachim Fuchsberger sagt?
Ich bin kein Feigling! Für mich persönlich ist das Alter völlig okay, solange ich nicht kaputt bin, sondern noch einigermaßen fit, noch einigermaßen in der Lage, etwas Gutes daraus zu machen. Ich habe nichts Böses gegen das Alter!

Sie haben sechs Jahre lang „Mensch, Meier“ präsentiert, zwölf Jahre lang „Boulevard Bio“ und genauso lange Ihre Kochshow „alfredissimo“. Vermissen Sie in Sachen Fernsehen heute nichts?
Was das Fernsehen anbelangt, mache ich heute überhaupt nichts mehr. Da gibt es einfach so einen Punkt, an dem man das Gefühl hat, jetzt ist Schluss – und dann macht man auch wirklich Schluss.

Wie sieht ein gelungener, fernsehfreier Tag in Ihrem Leben aus?
Ich schlafe bis halb neun, mache mir mein Frühstück und lese bis mittags die Zeitungen. Dann kaufe ich ein, koche und treffe mich mit Freunden, und wir  reden.

Ihre Kindheit war nicht immer einfach, war geprägt durch die Vertreibung. Wie sehen Sie das heute?  
Ich habe ein so interessantes Leben hier in Deutschland geführt, seit ich hier bin, früher als Schüler, auch als Student und dann die ganzen Sendungen, die ich im Fernsehen gemacht habe. All das hat für mich einen gewissen Frieden zu meiner Kindheit geschaffen. Ich bin deshalb weder bedrückt, noch denke ich, oh Gott, was war da? Sondern ich denke einfach an die schöne Zeit, die ich hier erlebt habe.

Wenn Sie heute auf die Fernsehlandschaft gucken, was fehlt Ihnen darin?
Ich werde oft gefragt, was ich vom Fernsehen heute halte? Dann sage ich immer nur: Es ist anders! Ich sage niemals, dass es schlechter ist, aber Fernsehen ist heute völlig anders. Und es ist überhaupt nicht mehr mein Geschmack von Fernsehen. Wenn ich heute jung wäre, ich würde ins Kino gehen oder ins Theater, aber ich würde mich sicherlich nicht für das Fernsehen entscheiden. Das ist ganz und gar nicht mehr meine Welt.

Kritik haben Sie irgendwann nicht mehr an sich herangelassen. Besonders nach einem Auftritt von dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl in Ihrer Sendung gab es viel Kritik. Haben Sie auch die nicht wahrgenommen?
Ehrlich gesagt, die Kritik nach Helmut Kohl habe ich gelesen, und danach habe ich entschieden: Ich lese keine Kritik mehr! Mir hat man vorher gesagt: Weißt du, der Kritiker, der das geschrieben hat, der hat die Sendung gesehen und dich neben Helmut Kohl sitzen sehen. Immer wieder hat er gedacht, wenn ich jetzt da säße, dann würde ich dies fragen und das fragen … Ich aber habe das alles nicht gefragt. Ich habe Helmut Kohl nicht bösartig angegriffen, sondern ihn einfach gefragt, ob er auch kochen kann. Ich war immer der Meinung, ein Mensch, der Politiker wird, bleibt ein Mensch. Deswegen habe ich diese sehr negative Kritik einfach verdrängt.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Ich habe keine Pläne mehr. Wenn man so alt ist wie ich, dann schaut man nicht mehr so weit in die Zukunft, dann fragt man sich auch nicht mehr ständig, wie mag das wohl in 20 oder 30 Jahren sein. Das ist nicht mehr mein Thema. Wenn man 80 ist, sitzt man lieber zu Hause, denkt an die früheren Zeiten, liest was und freut sich, dass man ein ruhiges ­Leben führt.“

Interview: Wolfgang Wittenburg

„Die lange Alfred-Biolek-Nacht“ (WDR, heute ab 22 Uhr). Den Auftakt macht ein sehr persönlicher Porträtfilm von Sandra Maischberger und Hendrik Fritzler.

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