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Kultur Weißrussisches Staatsballett spielt den „Nussknacker“
Nachrichten Kultur Weißrussisches Staatsballett spielt den „Nussknacker“
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21:08 28.12.2011
Von Stefan Arndt
Spitze: Prinz und Prinzessin aus Belarus.
Spitze: Prinz und Prinzessin aus Belarus.
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Hannover

Die Tradition spielt eine wichtige Rolle in diesen Tagen. Seit vielen Jahren ist neben Tannenbaum und Weihnachtsmarkt auch das Gastspiel einer russischen Ballettcompagnie im Theater am Aegi zwischen den Jahren nicht mehr wegzudenken. Peter Tschaikowskys klassische Ballette „Der Nussknacker“ und „Schwanensee“ sind auf diese Weise in der Stadt präsenter als jedes andere Weihnachtstheater.

Beim „Nussknacker“, der diesmal für ein volles Haus sorgte, war dennoch etwas anders als in den Vorjahren. Statt der Tänzer aus St. Petersburg war diesmal erstmals das Bolschoi Staatsballett angereist – allerdings nicht das berühmte aus Moskau, sondern ein (fast) gleichnamiges Ensemble aus Belarus, also Weißrussland mit Sitz in Minsk. Dessen Intendant nutzt das Grußwort im (10 Euro teuren) Hochglanzprogramm auch prompt, um „die deutsch-belarussische Freundschaft im Zeichen von Toleranz und gegenseitiger Anerkennung“ zu beschwören.

Politisches Theater bietet der Ballettabend dann aber doch nicht. Stattdessen ist, wie es sich für eine Tradition gehört, fast alles wie immer. Dazu gehört inzwischen leider auch, dass es kein Orchester gibt. Die Ouvertüre ist so nur ein seltsames kollektives CD-Hören. Das Bühnenbild, ein Vorhang mit einem schmalen, bunt beleuchteten Weihnachtsbaum in der Mitte, gleicht der Ausstattung des Petersburger Balletts so sehr, als stamme er noch aus sowjetischer Massenproduktion. Die farbenprächtigen Kostüme sind jedoch in tadellosem Zustand, die Pailletten sitzen fest, die Rüschen sind frisch aufgebügelt.

So ausstaffiert erzählt sich fast von allein die Geschichte von dem Puppenmacher, der seiner Nichte am Weihnachtsabend einen mechanischen Nussknacker als Geschenk in Aussicht stellt und ihr damit sonderbare Träume vom Kampf einer Mäusearmee mit Zinnsoldaten, von einem prächtigen Ball und anschließender Prinzenhochzeit beschert.

Choreograf Valentin Jelisarjew erinnert in seiner „Nussknacker“-Version daran, dass Theater auch immer Zirkus ist. Darum gibt es neben jeder Menge Spitzentanz vor allem im Finale viele Sprünge und Drehungen, die Zwischenapplaus hervorrufen. Die Tänzer, deren Identität das Programmheft nicht eindeutig verrät, machen das so souverän, dass man ihnen leicht zutraut, auch die zweite Vorstellung einige Stunden später durchzustehen. Begeisterter Applaus.

Am 15. Januar gastiert das Staatsballett Belarus mit „Schwanensee“ im Theater am Aegi, Kartentelefon: (05 11) 44 40 66.

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