Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Kultur Vier Lolas für den Film "John Rabe"
Nachrichten Kultur Vier Lolas für den Film "John Rabe"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:25 25.04.2009
Florian Gallenbergers Spielfilm "John Rabe" war der Abräumer bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises. Während der Gala in Berlin zeichnete die deutsche Filmakademie das Kriegsepos gleich vier Mal aus, darunter auch als Besten Spielfilm in Gold. Die Preisträger: Florian Galllenberger (v.l.), Loriot, Ursula Werner, Andreas Dresen und Ulrich Tukur. Quelle: Michael Kappeler/ddp
Anzeige

Die Produktion wurde bei der festlichen Gala am Freitagabend in Berlin mit der Goldenen Lola als bester Spielfilm ausgezeichnet und setzte sich gegen „Der Baader Meinhof Komplex“, „Chiko“, „Im Winter ein Jahr“, „Jerichow“ und „Wolke 9“ durch. Schauspieler Ulrich Tukur wurde für die Titelrolle als bester Hauptdarsteller gekürt. Außerdem erhielt die Produktion die Auszeichnungen in den Kategorien Bestes Szenenbild und Bestes Kostümbild. Die Produzenten des Films äußerten sich überglücklich vor den prominenten Gästen aus Film und Fernsehen im Palais am Funkturm.

Leer ging dagegen das vier Mal nominierte RAF-Drama „Der Baader Meinhof Komplex“ von Regisseur Uli Edel und Produzent Bernd Eichinger aus. Andreas Dresen wurde als bester Regisseur für den Film „Wolke 9“ ausgezeichnet, in dem es um Liebe im Alter geht. Seine Hauptdarstellerin Ursula Werner gewann in der Kategorie weibliche Hauptrolle. Der bereits mehrfach für die Regie-Lola nominierte Dresen sagte, er sei jetzt „ein bisschen fassungslos“, weil er sonst immer sitzengeblieben sei.

Anzeige

Sie freue sich, diesen Preis zu bekommen, weil ihre Kinder stolz auf sie sein werden, sagte Werner. Die 65-Jährige gewann gegen die ebenfalls Nominierten Anna Maria Mühe in „Novemberkind“ und Johanna Wokalek in „Der Baader Meinhof Komplex“.

Tukur setzte sich mit seiner Darstellung von „John Rabe“ gegen Josef Bierbichler („Im Winter ein Jahr“) und Denis Moschitto („Chiko“) durch. „Herzlichen Dank, dass Sie mich für würdig erachtet haben, diesen wunderbaren Preis zu erhalten“, sagte Tukur, als er die goldene Statue erhielt. In dem Film über das Massaker von Nanking in China 1937 spielt er die Rolle des deutschen Kaufmanns John Rabe, der zum Retter Tausender Chinesen vor der japanischen Armee wurde. Das Sozialdrama „Chiko“ bekam die Preise für das Drehbuch, das Regisseur Özgür Yildirim geschrieben hatte, und für den Schnitt.

Bei der Filmpreis-Gala erhielt Sophie Rois die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin. Als bester Nebendarsteller konnte Andreas Schmidt für seine Rolle in „Fleisch ist mein Gemüse“ nach dem Roman von Heinz Strunk eine Lola entgegenehmen.

Als bester Kinder- und Jugendfilm wurde „Was am Ende zählt“ von Regisseurin Julia von Heinz geehrt und bei den Dokumentarfilmen „Nobody’s Perfect“ von Niko von Glasow. In der Kategorie Kamera/Bildgestaltung gewann Kolja Brandt für „Nordwand“. Der Film erhielt auch den Preis für die beste Tongestaltung.

Humorist Vicco von Bülow alias Loriot wurde bei der Gala mit dem Ehrenpreis für hervorragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet und bekam von den Gästen Standing Ovations. Mit Blick auf die Lola-Statue bedankte er sich für diese Auszeichnung „in Gestalt einer makellosen Schönheit, wie sie in den Armen eines 85-Jährigen nur noch selten anzutreffen ist“.

Der Deutsche Filmpreis wird seit 1951 jährlich verliehen. Er ist mit insgesamt rund 2,8 Millionen Euro die höchstdotierte Kulturauszeichnung in Deutschland und wird in 15 Kategorien vergeben. Die Nominierungen und Preisträger werden von den über 1000 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie gewählt. Die Gelder werden von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) vergeben.

Neumann sagte, die Wirtschafts- und Finanzkrise werde sicherlich nicht spurlos an der Filmwirtschaft vorbeigehen. In solchen Zeiten komme der Verantwortung des Staates für die Förderung der Kultur eine besondere Verantwortung zu. Diese wolle er wahrnehmen. Kürzungen kämen für ihn nicht in Frage

ddp