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Kultur Thomas Stein: „Rammstein waren immer schon hart an der Kante zum Extremen“
Nachrichten Kultur Thomas Stein: „Rammstein waren immer schon hart an der Kante zum Extremen“
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17:05 28.03.2019
Kündigen neues Video an: Till Lindemann und seine Neu-Deutsche-Härte-Band Rammstein Quelle: picture alliance
Hannover

Rammstein veröffentlicht einen Teaser zum neuen Video und empört Historiker und jüdische Verbände. In dem 35-Sekunden-Schnipsel sind Till Lindemann und Co. mit Strick um den Hals und in gestreifter Kleidung, die an KZ-Häftlinge erinnert, zu sehen. Als frivol und abstoßend bezeichnete Charlotte Knobloch, Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden, in der „Bild“-Zeitung die Szenen. Und der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller (CSU), sagt: „Das Leid und die Unmenschlichkeit des Holocaust verbieten sich für Werbezwecke oder Effekthascherei zur Bekanntmachung von Produkten ganz gleich welcher Art – in diesem Fall wohl ein neues Musikalbum.“

Rammstein sind von Anfang an provozierend gewesen“

Eine andere Meinung hat Thomas Stein. Mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland spricht der Musikproduzent und ehemalige Geschäftsführer der Bertelsmann Music Group Europe über Provokation und die Freiheit der Kunst.

Meinungsstark: Der frühere „Deutschland sucht den Superstar"-Juror Thomas Stein. Quelle: picture-alliance / dpa

Rammstein haben mit einem 35-Sekunden-Teaser zum neuen Video für Furore gesorgt. Zu sehen sind die Bandmitglieder in KZ-Häftlingskleidung und Strick um den Hals. Zu viel Provokation für eine Single-Bewerbung?

Rammstein sind von Anfang an provozierend gewesen. Sie haben immer hart an der Kante zum Extremen gearbeitet. Wenn ich schon in Deutschland ständig höre, wir dürfen die Geschehnisse im Dritten Reich nicht vergessen, und dann kommt jemand – wenngleich mit kommerziellem Interesse – und prägt nochmal das Bewusstsein, dann darf ich nicht aufheulen und aufschreien, das geht nicht. Wir werden mit unserer Vergangenheit jeden Tag konfrontiert und dürfen sie nicht vergessen. Doch ich verstehe die Aufregung nicht, wenn eine Band die Vergangenheit in die Mitte des öffentlichen Interesses drängt und es dann tönt: Furchtbar, das können wir doch nicht machen.

Hat Kunst keine Grenzen?

Kunst hat seine Freiheit und muss Grenzen überschreiten. Ob der Teaser jetzt so richtig ist, ob die stilistischen Mittel die richtigen sind, das müssen letztlich auch die Fans entscheiden. Aber aus dem Rammstein-Teaser sollte man nicht nur das Negative rausziehen, sondern vielleicht auch mal sagen: Interessant, eine weltweit bekannte Gruppe rückt das Thema in das öffentliche Interesse. In welchem Kontext der Teaser nun steht, das muss man dann beurteilen, wenn das ganze Video zu sehen ist.

Von Amina Linke / RND

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