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Kultur Stefanie Heinzmann präsentiert ihr zweites Album „Roots to Grow
Nachrichten Kultur Stefanie Heinzmann präsentiert ihr zweites Album „Roots to Grow
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13:09 14.08.2009
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Die Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann stellte am Donnerstag ihr neues Album „Roots to Grow" vor. Quelle: Berthold Stadler/ddp (Archiv)
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Die zierliche junge Frau wirkt mit ihren langen braunen Haaren, dem schwarzen Brillengestell und ihren Lippenpiercings so ungekünstelt, dass sie vielen als Antithese zu den gängigen Castingshow-Geschöpfen gilt. „Ich möchte mich eben nicht verbiegen lassen“, sagt die 20-jährige Schweizerin über sich und ihren Stil.

Dabei fing die Karriere der jungen Sängerin in einer Castingshow an, wenn auch in einer, die sich als Gegenentwurf zu den üblichen Formaten des Genres verstand. Im Januar 2008 gewann die Schülerin den von Stefan Raab veranstalteten Wettbewerb „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“ (Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf!) und erhielt einen Plattenvertrag. Heinzmanns kraftvolle Soulstimme überzeugte nicht nur die Jury, sondern auch ein breites Publikum. Ihr Debütalbum „Masterplan“ war überaus erfolgreich und bescherte ihr im Februar den Echo in der Kategorie Beste Künstlerin Rock/Pop national.

Mit „Roots to Grow“, das am 11. September erscheint, möchte Stefanie Heinzmann an diesen Erfolg anknüpfen. Die Plattenfirma überlässt dabei nichts dem Zufall. Das zweite Album ähnelt stilistisch seinem Vorgänger und präsentiert eingängige Songs in einer Mischung aus Soul, Pop und Funk. Es sind Heinzmann Stimme und ihre Authentizität, die den Songs Individualität verleihen. „Ich habe mich innerhalb des letzten Jahres weiterentwickelt, mehr Selbstvertrauen gewonnen und viel über meine Stimme gelernt. Deshalb hatte ich den Mut, die Songs stark zu interpretieren. Es steckt viel Persönliches in dem Album“, erzählt die junge Frau.

Ihre neue Single „No One (Can Ever Change My Mind)“ kommt ihr dabei entgegen. In dem Musikvideo verwandelt sich Heinzmann in eine blonde Barbiepuppe und kontrastiert dieses Kunstwesen mit der „echten“ Stefanie Heinzmann. „Viele glauben, ich würde die Tussi in dem Video belächeln, aber das tue ich gar nicht“, widerspricht Heinzmann vorschnellen Interpretationen. „Es hätte mir selbst auch passieren können, dass ich in eine solche Richtung gedrängt werde. Eigentlich möchte ich sagen: Jeder hat das Recht, so zu sein, wie er ist. Auch die Tussi!“

Inzwischen beginnt sich Stefanie Heinzmann, deren Leben sich nach dem Sieg in Stefan Raabs Show von einem Tag auf den anderen veränderte, an das rummelige Pop-Business zu gewöhnen: „Mittlerweile macht es mir Spaß, aber am Anfang war es wirklich Stress.“ Noch nicht gewöhnt ist sie es, im Mittelpunkt zu stehen. So lange sie singt, präsentiert sie sich auf der Bühne selbstbewusst. Zwischen den Songs aber macht sie keinen Hehl aus ihrer Verunsicherung darüber, auf dem Präsentierteller zu stehen. „Mir gehen dann so viele Dinge durch den Kopf. Ich könnte zum Beispiel meinen Text vergessen oder falsch singen“, erzählt die sympathische Künstlerin, deren musikalische Vorbilder die Sängerin Joss Stone und die Funk-Band Tower of Power sind.

Dennoch genießt sie es, dass ihr größtes Hobby jetzt auch ihr Beruf ist. „Mir geht es nur um die Musik. Das macht mir unheimlich viel Spaß!“ Trotz des Erfolges bleibt sie realistisch. „Das kann auch ganz schnell wieder vorbei sein.“ Darüber jedoch denkt sie derzeit nicht nach. Stattdessen freut sich Heinzmann auf den Urlaub, den sie in der Almhütte ihrer Eltern verbringen wird. Sie zählt die Tage bis dahin und hat sich auf dem Arm eine regelrechte Strichliste mit einem wasserfestem Stift angelegt: Mit jedem Strich rückt der ersehnte Urlaub einen Tag näher.

ddp