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Kultur Schon 100.000 Besucher bei „Marc, Macke und Delaunay“
Nachrichten Kultur Schon 100.000 Besucher bei „Marc, Macke und Delaunay“
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08:25 27.05.2009
Von Johanna Di Blasi
Marc, Macke und Delaunay Sprengel Museum Ausbau Ulrich Krempel
Ulrich Krempel in der Sammlung des Sprengel Museums Quelle: Martin Steiner
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Am Donnerstag begrüßen Sie in der „Marc, Macke und Delaunay“-Ausstellung den 100 000. Besucher. So viele Gäste hatten Sie ursprünglich für die Gesamtlaufzeit erwartet, doch es ist erst Halbzeit.

Ja, wir werden diese Zahl noch richtig schön toppen.

Wie lautet Ihre neue Prognose?

200 000 wäre schön. Es wird auf jeden Fall die bestbesuchte Ausstellung unseres Hauses. Was uns besonders freut: Auch das junge, normalerweise schwer für Kunst zu gewinnende Publikum findet den Weg in die Ausstellung. Am vergangenen Freitag waren 3200 Leute im Museum, darunter viele junge Familien. Gerade ist in Frankreich im TGV-Magazin die Werbeaktion für „Marc, Macke und Delaunay“ angelaufen, und es hat schon erste Anrufer aus Straßburg gegeben, die sich nach unseren Öffnungszeiten erkundigten. Mit den Schnellzügen kommt man in wenigen Stunden von Straßburg nach Hannover. Wir merken, wie sich die gute Kunde verbreitet und es gelingt, den Kunststandort Hannover viel besser als bisher zu vermarkten.

Was war die bislang schönste Reaktion?

Kürzlich saß ich im Zug, als bei Bielefeld Fans von Hannover 96 einstiegen. Ein Herr brüllte mir im Speisewagen zu: „Super Ausstellung!“ So etwas habe ich bisher noch nie erlebt.

Es könnte jetzt der Eindruck entstehen: Das Museum ist wunderbar aufgestellt und ein teuerer Erweiterungsbau womöglich doch überflüssig.

Ich möchte nicht behaupten, dass das Sprengel Museum kein gutes Museum ist, aber es ist deutlich begrenzt. Wir können unsere Schätze nur im Wechsel vorstellen. Derzeit meckern manche Leute, dass es kaum Niki de Saint Phalle zu sehen gibt. Wir sind das einzige Haus in der Republik, das große Bestände der Kunst der sechziger Jahre hat, Jean Tinguely, die Nouveaux Réalistes, Pop-Art. Man kann ein bisschen etwas in Köln sehen, aber Hannover ist schon der Ort dafür. Wir können aber nur etwa 15 Prozent unserer Schätze zeigen.

Macht sich Hannover also schmaler, als es ist?

Ja, mit mehr Platz könnten wir weit größere Aufmerksamkeit erzielen.

Was antworten Sie Kommunalpolitikern, die das 25 Millionen Euro teure Erweiterungsprojekt gern kippen würden?

In Hannover wird alles kaputt diskutiert durch Leute, die von Kultur wenig ?Ahnung haben. Das Standardargument lautet, das Geld – es handelt sich um fünf Millionen Euro von der Stadt, der überwiegende Teil kommt von der EU und aus privaten Mitteln – solle besser den Schulen zugeleitet werden. Diese Menschen haben noch nicht begriffen, dass wir jährlich Tausende Schulklassen im Haus haben und pädagogisch betreuen. Wir sind längst Teil der ästhetischen Erziehung in der Stadt und Region.

Am 7. Juni jährt sich die Eröffnung des Sprengel Museums zum dreißigsten Mal. Wie werden Sie feiern?

Wir werden erst im August kurz vor der Eröffnung unserer Ausstellung „Nachtblüten“ mit den Freunden des Sprengel Museums feiern, um dem „Marc, Macke, Delaunay“-Trubel auszuweichen.