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Kultur „Paranza - Clan der Kinder“: Gewalt oder Armut
Nachrichten Kultur „Paranza - Clan der Kinder“: Gewalt oder Armut
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17:49 13.08.2019
Die Waffe gehört zu seinem Alltag: Nicola (Francesco Di Napoli). Quelle: Prokino
Hannover

Der 15-jährige Nicola (Francesco Di Napoli) begreift Gefahr als Spiel – so wie alle Jungs seiner Bande. Sie verzehren sich danach, als Männer wahrgenommen zu werden. In Neapel bietet das System der Mafia ihnen eine gefährliche Abkürzung: Als der herrschende Clan von der Polizei festgenommen wird, besorgen sich die Minderjährigen Waffen und reißen die Macht an sich.

Die Erlöse aus dem Drogenverkauf reichen nun locker für den Erwerb von Markenklamotten, kitschigem Mobiliar für die liebe Mama und den ersehnten Logenplatz in der Diskothek. Aber schon bald merkt Nicola, dass ihn die ersehnte Macht nicht nur zum Mann, sondern auch zum Mörder werden lässt.

Mit „Paranza“ verfilmt Giovannesi den gleichnamigen Roman von Roberto Saviano („Gomorrha“), dessen sorgfältig recherchierten Werke regelmäßig als Filmvorlage dienen. Dieser Hauch von Authentizität weht auch durch „Paranza“, in dem Laiendarstellern aus Neapel vor der Kamera agieren. Die jungen Schauspieler sind das Kapital des Films. Der fabelhafte Franceso Di Napoli verkörpert die Entschlossenheit, Fragilität und adoleszente Energie seiner Figur mit enormer Leinwandpräsenz.

Orientiert an einschlägigen Genrevorlagen

Diese Energie treibt auch den Erzählfluss an. Erfolgreich wird so verschleiert, dass sich die Story mehr an einschlägigen Genrevorlagen orientiert als an der Wirklichkeit. Dennoch zeichnet der Regisseur ein genaues Bild einer Gesellschaft, in der kriminelle Gewalt für Jugendliche eine selbstverständliche Alternative zum Leben an der Armutsgrenze darstellt.

„Paranza – Clan der Kinder“, Regie: Claudio Giovanessi, mit Francesco Di Napoli, 105 Minuten, FSK 16

Von Martin Schwickert / RND

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