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Kultur NDR Radiophilharmonie hat neuen Chef und neue Projekten
Nachrichten Kultur NDR Radiophilharmonie hat neuen Chef und neue Projekten
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22:12 29.04.2009
Von Rainer Wagner
Vielarbeiter: Eivind Gullberg Jensen Quelle: Ralf Decker
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Gedacht sind die vier zusätzlichen Konzerte vor allem für jene Musikfreunde, die (noch) keine Chance haben, die stets ausverkauften Konzerte im Ring A zu besuchen.
Jeweils an einem Donnerstag will Gullberg Jensen dann auch jungen Solisten eine Chance geben. Miroslav Kultyshev etwa spielt Griegs Klavierkonzert, die Cellistin Marie-Elisabeth Hecker Dvor`´áks Cellokonzert und Guy Braunstein das Brahms-Violinkonzert. Schon bekannter ist der türkische Pianist Fazil Say, der sich mit seinem Klavierkonzert „Silk Road“ auch als Komponist vorstellt.

Mit diesem neuen Angebot will der 37-jährige Dirigent sein „Publikum öfter sehen“. Dabei macht er sich auch im traditionellen Ring A nicht rar. Der steht in der kommenden Saison unter dem Motto „Mythologie“. Prompt gibt es gleich zum Auftakt am 17. September Richard Wagner und „Die Walküre“: den Walkürenritt und die Schlussszene mit dem Bariton Albert Dohmen als Wotan und Catherine Foster als Brünnhilde.

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Zuvor gibt es Mozarts „Jupiter“-Sinfonie und die Uraufführung der Auftragskomposition „Ein Traumspiel“ des Norwegers Ketil Hvoslef. Eine deutsche Erstaufführung steht im Mittelpunkt des zweiten Konzerts: Erkki-Sven Tüürs Viola-Konzert „Illuminato“. Solist dieses Auftragswerks der NDR Radiophilharmonie ist Lars Anders Tomter. Von Gluck bis Mahler, von Haydn bis Prokofjew (Cellokonzert mit Truls Mørk) reicht die Repertoirespannweite Gullberg Jensens. Dem zweifachen Vater ist auch die Arbeit mit den jungen Zuhörern ein Anliegen: Er wird eines der Konzerte für Kinder dirigieren, ist bei der „Spurensuche“ für die etwas Älteren und beim neuen „Konzert in Frack & Jeans“ dabei.

Neben Gullberg Jensen stehen im Ring A auch Andrew Manze (reines Haydn-Programm), Michael Sanderling und Ralf Weikert am Pult – und natürlich der bisherige Chef und einstimmig zum Ehrendirigenten gewählte Eiji Oue. Der wird im Mai 2010 auch den nächsten NDR Musiktag Hannover eröffnen (schließlich hat er diesen Tag erfunden), sein Nachfolger wird dann das Abschlusskonzert leiten. Was gut zu dem Motto passt, das Rolf Beck, der Chef der NDR Klangkörper, im Pressegespräch zur neuen Saison formuliert hatte: „eine neue Ära und ein Generationswechsel, ohne die Tradition aufzugeben“.

Die Tradition dieses Orchester umfasst im nächsten Jahr immerhin sechs Jahrzehnte. Deshalb gibt es im April 2010 (ausnahmesweise im Kuppelsaal) ein Sonderkonzert mit der „Alpensinfonie“ von Richard Strauss in Bildern (Fotos und Konzept: Tobias Melle) und Klangbildern (es dirigiert der Chef).

Neuerungen prägen auch die anderen Konzertreihen. Der Ring Barock wandert vom Großen Sendesaal des NDR ins Galeriegebäude Herrenhausen. Als Dirigenten wurden Christian Curnyn, Roy Goodman und Andreas Spering verpflichtet.

Der Ring U wandert vom Freitag auf den Donnerstag und macht damit Platz für den Ring Pops. Das erlaubt dem NDR in zwei Fällen, ein Konzert in beiden Reihen anzubieten. Schließlich sind ein Abba-Programm und ein Reigen „Oscar“-gepriesener Filmmusiken (Frank Strobel dirigiert, Herbert Feuerstein moderiert) sowohl Unterhaltung als auch Pop(ulär)musik. Enrique Ugarte präsentiert nicht nur den Abba-Abend mit dem finnischen A-cappella-Ensemble Rajaton, sondern auch ein Tango-Programm mit dem Ensemble Quadro Nuevo.

Howard Griffiths zeigt sich gewohnt vielseitig: mit einem Musicalabend und dem Festlichen Weihnachtskonzert. Gute Tradition ist auch das Gastspiel der NDR Bigband, die mit ihrem neuen Chef Jörg Achim Keller und dem Trompeter Claus Stötter eine Hommage an Miles Davis liefert.

Ein kleines Highlight bei den qualitätsreichen Kammermusik-Matineen dürfte die Kombination von Schuberts Oktett mit Goethe-Texten sein, die Christian Quadflieg liest.

Es wird wieder Gastkonzerte nicht nur im Flächenland Niedersachsen geben. Und im März 2010 ein Benefizkonzert des Bundespräsidenten in der hannoverschen Marktkirche. Auf dem Programm steht Mozart (Große Messe c-Moll). Und am Pult: Gullberg Jensen.

Weitere Informationen und Karten im Internet und unter der Telefonnummer (05 11) 9 88 29 99.