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Kultur Merkel: „Ein großer Tag für die Kultur“
Nachrichten Kultur Merkel: „Ein großer Tag für die Kultur“
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23:22 16.10.2009
Friederike Seyfried (v.l.), Matthias Wemhoff, Bernd Neumann, Angela Merkel (CDU), Klaus Wowereit (SPD), Hermann Parzinger und Michael Eissenhauer
Friederike Seyfried (v.l.), Matthias Wemhoff, Bernd Neumann, Angela Merkel (CDU), Klaus Wowereit (SPD), Hermann Parzinger und Michael Eissenhauer Quelle: ddp
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Als einziger der fünf Museumsbauten auf der Insel war das von Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler (1800-1865) zwischen 1843 und 1855 errichtete Museum lange Zeit Kriegsruine. Charakteristisch für die Restaurierung nach den Plänen des britischen Architekten David Chipperfield ist das Nebeneinander von historischen Zeugnissen und moderner Architektur. Am Wochenende können Besucher zwei Tage bei freiem Eintritt den wiedergewonnenen Kunsttempel bewundern.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) würdigte das Neue Museum als „einzigartigen Kulturort von Weltrang“. Trotz schwieriger Finanzlage stelle die Bundesregierung insgesamt über 1,3 Milliarden Euro für die gesamten Baumaßnahmen auf der Museumsinsel zur Verfügung, sagte er auf dem Festakt, der aus Platzgründen im benachbarten Pergamonmuseum stattfand. Mehr als 450 Millionen Euro seien bislang in die Sanierung der Alten Nationalgalerie, des Bode-Museums und des Neuen Museums geflossen. Merkel betonte, dass man in diesem Zusammenhang nicht von Subventionen sprechen sollte, sondern von „einer guten Investition in unsere Kulturnation“.

Wie vor seiner Zerstörung sind in das Neue Museum die Sammlungen des Museums für Vor- und Frühgeschichte und des Ägyptischen Museums eingezogen. Insgesamt werden auf rund 8000 Quadratmetern Fläche auf vier Ebenen fast 9000 Exponate präsentiert.

Als Höhepunkte des Ägyptischen Museums gelten drei restaurierte Opferkammern aus dem Alten Reich, der „Grüne Kopf“ und vor allem die weltberühmte Büste der Nofretete. Die ägyptische Königin ist im Nordkuppelsaal in einer etwa vier Meter hohen Glasvitrine inszeniert. Der Schönen zugewandt steht in der gegenüberliegenden Südkuppel des Museums die Kolossalstatue des Sonnengottes Helios aus dem spätrömischen Ägypten. Die Büste der Nofretete ist mitsamt der Krone etwa einen halben Meter groß und wird auf etwa 1300 v. Chr. datiert.

Das älteste Objekt ist ein 700.000 Jahre alter Faustkeil aus der Altsteinzeit - das jüngste ein Stück Stacheldraht der Berliner Mauer. Zu den herausragenden Objekten der Sammlung des Museums für Vor- und Frühgeschichte zählt der bronzezeitliche „Goldhut“. Auch die Troja-Sammlung, die Heinrich Schliemann (1822-1890) den Berliner Museen schenkte und deren Goldschatz als Kriegsbeute der Roten Armee von Berlin abtransportiert wurde und noch heute in Moskau verwahrt wird, ist Bestandteil der Ausstellung.

Den Angaben zufolge wurden die ursprünglich kalkulierten Kosten für die Wiederherstellung des Neuen Museums um 33 Millionen Euro unterschritten und betragen 200 Millionen Euro. Die Kosten für die Ersteinrichtung betrugen zwölf Millionen Euro.

Auf der 1999 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommenen Museumsinsel sind nun erstmals seit der kriegsbedingten Schließung der Häuser 1939 alle fünf Museen wieder zugänglich. Als zentrales Eingangsgebäude für die Insel wird von 2010 bis 2013 die James-Simon-Galerie entstehen.

ddp

Johanna Di Blasi 16.10.2009
18.10.2009