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Kultur "Manchmal bin ich ein paar Jahre nicht zu Hause"
Nachrichten Kultur "Manchmal bin ich ein paar Jahre nicht zu Hause"
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18:27 25.04.2012
Brooke Fraser
Brooke Fraser
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Hannover

Frau Fraser, haben Sie sich heute schon im Radio gehört?

Ehrlich gesagt höre ich kein Radio, weil ich zu sehr mit meiner Arbeit beschäftigt bin. Also: nein.

In Ihrer Heimat Neuseeland sind sie bereits ein Star. Nun haben Sie auch weltweit Erfolg. Wie macht der sich bemerkbar?

Es ist unglaublich. Zurzeit bin ich in New York, davon habe ich schon immer geträumt. Ich meine, ich stamme aus einem kleinen Land auf der anderen Seite der Welt, und hier meine Musik zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Auch über den Erfolg in Europa bin ich sehr glücklich. Meine vorige Konzerttour war eine wundervolle Reise durch viele Länder, gerade hat die zweite Tour zum Album „Flags“ begonnen. Ich glaube, die Leute mögen meine Musik deshalb, weil sie verbindet.

Ihren Durchbruch hatten Sie mit dem Song „Something in the Water“. In was für einer Situation waren Sie, als Sie ihn geschrieben haben?

Eine Woche, bevor wir ins Studio gehen wollten, um die Lieder für „Flags“ aufzunehmen, spukte er mir durch den Kopf. Ich las gerade das Buch „The Pleasures and Sorrows of Work“, in dem der Autor Alain DeBotton auf philosophische Weise verschiedene Arbeitsplätze auf der Welt vorstellt. An einer Stelle beschrieb er die Arbeit und das Leben im Londoner Finanzdistrict, und die Sätze haben mich einfach nicht mehr losgelassen. Ich finde oft Inspiration für meine Songs in Büchern. Daraus ist dann „Something in the Water“ geworden, und ich dachte, das sei ein schöner fröhlicher Song für das Album. Ich hätte mir aber nie vorstellen können, was er später auslösen würde.

Einer Ihrer älteren Songs heißt „Albertine“. Er handelt von einem jungen Mädchen aus Ruanda, das den Genozid an den Tutsi überlebt hat. Zudem engagieren Sie sich in Entwicklungshilfeprojekten. Warum?

Aus Interesse und Leidenschaft. Musik ist ein wundervolles Werkzeug, das nicht nur Freude bereitet, sondern auch als Plattform benutzt werden kann, um Einfluss zu nehmen. Ich finde, wenn man Musik macht, der viele zuhören wollen, trägt man auch eine große Verantwortung. Man hat die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf Probleme in der Welt zu lenken. Die Menschen, denen es gut geht, zum Nachdenken zu bringen. Und im Idealfall eine Lösung herbeizuführen.

Was machen Sie, wenn Sie gerade keine Songs schreiben oder sich in Projekten engagieren?

Dann bin ich am allerliebsten zu Hause. Das klingt komisch, aber manchmal bin ich ein paar Jahre lang nicht zu Hause. Nach dieser Tour werde ich erst einmal eine Pause einlegen und für einige Zeit in die Heimat gehen. Ich liebe es, für meine Liebsten zu kochen. Das ist meine Vorstellung von einem perfekten Tag.

Ihr Vater war Rugby-Spieler in der neuseeländischen Nationalmannschaft. Spielen Sie auch Rugby?

Oh nein, ich bin eher unsportlich. Meine zwei jüngeren Brüder haben die athletischen Gene geerbt. Sie spielen Rugby.

Sie sagten, Sie verreisen gern. An welchem Ort sollte man denn gewesen sein?

Unbedingt irgendwo in Afrika. Die Kultur ist so unglaublich vielfältig und die Menschen sehr freundlich. Besonders Kenia und Tansania nehmen einen besonderen Platz in meinem Herzen ein.

Und was erwartet die Fans in Hannover?

In Hannover habe ich noch nie gespielt, ich bin sehr gespannt. Die Hannoveraner haben Glück. Da die Tour fast zu Ende ist, muss ich mich nicht schonen, sondern kann mich auf der Bühne voll ausleben.

Interview: Isabel Christian

Brooke Fraser spielt am Freitag um 20 Uhr im Musikzentrum Hannover.

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