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Kultur Jonathan Meese zeigt plastisches Werk und provoziert
Nachrichten Kultur Jonathan Meese zeigt plastisches Werk und provoziert
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19:04 30.04.2009
„Diktatur der Kunst“: Der Künstler Jonathan Meese provoziert in seiner Ausstellung im Arp Museum. Quelle: Torsten Silz/ddp
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Das Museum zeigt ab Freitag (1. Mai) erstmals das nahezu komplette plastische Werk des Künstlers.

Immer wieder streckte Meese den Arm zum Hitlergruß in die Kameras. Kunst diene nicht der Macht oder einer Partei, sondern nur der Kunst, verkündete er. Sein „Erzstaat Atlantisis“ sei ein rechtsfreier Raum. Dabei erteilte Meese dem Faschismus wie dem Kommunismus und auch der Demokratie eine Absage. Nur die Kunst allein dürfe eine Macht besitzen. Sie sei eine Diktatur. Menschliche Diktatoren wie Napoleon oder Hitler hätten einen „Künstler wie ihn ins KZ geworfen“, sagte der 38-Jährige.

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Meese gelte als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart und habe den Richard-Maier-Bau des Museums in eine große Kulissenlandschaft verwandelt, sagte Kurator Daniel Schreiber bei einer Vorabbesichtigung am Donnerstag. Der Kurator verglich die Ausstellung mit einem auf „Studioformat zusammengeschrumpften Staat“, in dem sich die Skulpturen wie Schauspieler bewegten. Der Performancekünstler lasse seine Plastiken „Babybewegungen üben“, „Staatsballett tanzen“ und lade sie zur „Geburtstagsrevolution“ ein. „Die Atlantistischen sind die totalen Spielkinder“, sagte Meese zur Gründung des „Erzstaates Atlantisis“.

Ergänzend zu seinen Plastiken zeigt die Ausstellung großformatige Gemälde, Klang- und Filminstallationen, sowie „szenographisch-utopische Einbauten“. Die Werke werden mit Arbeiten von Joseph Beuys zum Thema „Atlantisis“ in einen Dialog gebracht, die ebenfalls in der Ausstellung im Arp Museum zu sehen sind.

Eine wichtige Rolle spielt im Rahmen der Ausstellung auch der 40 Meter hohe Aufzugschacht des Museums. Durch diesen werde der „Wiederaufstieg in das absolut Neue“ symbolisiert, erklärte Meese. Kurator Schreiber ergänzte, das Arp Museum mit seiner mehr-etagigen Gebäudeanordnung sei der richtige Ort für einen Künstler, der mit Untergangs- und Wiederaufstiegsanspielungen arbeite.

Gezeigt werden insgesamt 170 Arbeiten von Meese sowie einige Werke von Beuys. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 30. August täglich (außer montags) von 11.00 bis 18.00 Uhr.

ddp