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Kultur Jan Böhmermann auf Tour: Die Erlösung naht, vielleicht
Nachrichten Kultur Jan Böhmermann auf Tour: Die Erlösung naht, vielleicht
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10:59 22.01.2019
Jan Böhermann bei dem Treffen „Bits & Pretzels“, hier mit Vollbart. Quelle: Sven Hoppe/dpa
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Hannover

Das Wichtigste zuerst: Jan Böhmermann trägt jetzt Schnauzer – als ironischen Kommentar auf die Mode der 80er oder als doppelten Ironiekommentar auf die Hipster. Wer weiß schon, mit wie vielen Lagen Ironie seine neue Bartpracht gepflegt wird. Seinen neuen Schnauzer, das Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld und mindestens einen schicken Anzug nimmt das Enfant terrible der TV-Unterhaltung ab dem 22. Januar beim Auftakt in Köln mit auf seine „Ehrendfeld ist überall“-Livetour.

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Die nächsten Stationen: Bielefeld (23. Januar), Leipzig (25. Januar), Berlin (26. und 27. Januar), Hamburg (28. Januar), Bremen (30. Januar) und Hannover (31. Januar). Danach geht es in den Süden nach Mannheim (2. Februar), Zürich (3. Februar), Fürth (4. Februar) und Wien (6. Februar).

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Jan Böhmermann: ein selbsterwählter Erlöser

Als Erlöser eines zerrissenen Deutschlands inszenierte der Moderator des „Neo Magazin Royale“ sich im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Ich will Wunden heilen und Hände reichen.“ Nachdem er mit dem Varoufake, dem Verafake und seinem Diplomatiekrisen auslösenden „Schmähgedicht“ in verschiedene Kerben gehauen hat, will er nicht mehr böser Bub und Kasperle sein, sondern an Mitgefühl und sowieso mehr Gefühl appellieren.

Bei der Popparodie „Menschen Leben Tanzen Welt“, die auch auf die Livebühne kommen soll, will der sonst so undurchsichtige Jan Böhmermann gar selbst Gefühl entwickeln: „Du schreibst also eine absichtlich belanglose Popnummer, führst sie auf der Bühne auf – und plötzlich merkst du, dass dich das emotional tatsächlich anfasst! An einer Stelle, wo du gar nicht angefasst werden möchtest von dieser Art Musik.“ Die Dummheit der Menschen betrachtet Böhmermann nun also liebevoll-distanziert in einer Liverevue – wahrscheinlich wird sie aber wenigstens gut klingen.

Von Geraldine Oetken / RND